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13.01.2003

18:26 Uhr

Produktion steigt im November überraschend deutlich

Lichtblick für die deutsche Industrie

Möglicherweise schrammt Deutschland doch noch knapp an einem neuen Konjunktur- Einbruch vorbei: Ein Schrumpfen des Bruttoinlandsprodukts im vierten Quartal 2002 ist unwahrscheinlicher geworden.

ost DÜSSELDORF. Möglicherweise schrammt Deutschland doch noch knapp an einem neuen Konjunktur- Einbruch vorbei: Ein Schrumpfen des Bruttoinlandsprodukts im vierten Quartal 2002 ist unwahrscheinlicher geworden. Dafür sprechen die überraschend guten vorläufigen Zahlen zur Industrieproduktion im November, die das Bundeswirtschaftsministerium am Montag in Berlin veröffentlichte. Zuvor waren bereits die Auftragseingänge in der Industrie deutlich höher als erwartet.

Einige Ökonomen schöpfen nun bereits für erste Quartal 2003 neue Hoffnung: "Derzeit spricht vieles dafür, dass auch dann eine schwarze Null beim Bruttoinlandsprodukt erreicht wird", sagt Ralph Solveen von der Commerzbank. Bislang galt ein Rückgang der Wirtschaftsleistung zu Jahresbeginn bei den Volkswirten als so gut wie sicher.

Insgesamt kommentieren Ökonomen die Zahlen aber sehr zurückhaltend: "Wir stehen noch nicht am Beginn des Aufschwungs", sagt Andreas Scheuerle von der Deka-Bank. Sein Kollege Neville Hill von Credit Suisse First Boston betont ebenfalls: "Es ist schwierig, in den Daten den Beginn einer starken Erholung zu sehen." Immerhin: "Der Tiefpunkt des Wirtschaftswachstum lag wahrscheinlich im vierten Quartal, die Industrieproduktion dürfte sich nun erholen - wenn auch zu Jahresbeginn nur mit sehr schleppendem Tempo."

Im November stieg der Output im produzierenden Gewerbe preis- und saisonbereinigt gegenüber Oktober um 2,5 %, Ökonomen hatten mit 0,6 % gerechnet. Die Produktion liegt nun auf dem höchsten Stand seit August 2001, das Plus war so groß wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Zudem wurde das Oktober-Minus von 2,1 % auf 1,3 % nach oben revidiert.

Sorgen bereitet den meisten Ökonomen vor allem die nach wie vor komatöse Binnenwirtschaft. "Die Erholung der Nachfrage war bislang ausschließlich durch die Exporte getrieben", sagt Holger Fahrinkrug von UBS Warburg. Durch die Aufwertung des Euros dürfte die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Exportwirtschaft in den nächsten Monaten sinken. "Die Abwärtsrisiken bleiben daher bestehen."

Das produzierende Gewerbe trägt in Deutschland rund ein Drittel zur Wirtschaftsleistung bei. Im November hat sich die Lage des Sektors durch die Bank aufgehellt. In der Industrie stieg die Produktion gegenüber Oktober um 2,6 %. Ein besonders starkes Plus gab es bei den Investitionsgütern mit 4,1 % - vor allem Dank ausländischer Großaufträge. Anzeichen für ein Ende der Eiszeit bei den Ausrüstungsinvestitionen gebe es daher noch nicht, so Scheuerle. Die Produktion von Vorleistungsgütern stieg um 1,8 %, bei Konsumgütern gab es ein Plus von 1,3 %. In der Bauwirtschaft legte der Output dagegen um 3,8 % zu, in Energiesektor um 0,7 %.

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