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22.01.2003

09:00 Uhr

Profitabeles Ausländsgeschäft

IDS Scheer hat operativen Gewinn fast verdreifacht

Das Software- und Beratungsunternehmen IDS Scheer hat 2002 trotz der Flaute in der IT-Branche seinen operativen Gewinn fast verdreifacht. 2003 will die Saarbrücker Firma auch dank Zukäufen ebenfalls stärker als der Markt wachsen.

Reuters SAARBRÜCKEN. "Wir wollen 2003 auf jeden Fall eine Ebit-Marge von über acht Prozent erzielen und damit unsere Vorjahresplanung übertreffen", sagte Co-Vorstandssprecher Helmut Kruppke am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Wegen einer guten Entwicklung des inzwischen profitablen Auslandsgeschäfts erzielte IDS Scheer 2002 eine Marge beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 13 Prozent und übertraf damit seine ursprüngliche Planung von acht Prozent.

Auch beim Umsatz will das Software- und Beratungshaus für Geschäftsprozessmanagement 2003 weiter zulegen. "Es wird ein organisches Wachstum im oberen einstelligen Prozentbereich anvisiert", sagte Kruppke. Außerdem sollen Zukäufe zum weiteren Wachstum beitragen. "Es gibt Gespräche mit einem speziellen Kandidaten", sagte der Manager, der den Markt dennoch weiter intensiv beobachtet. "Vor allem in Westeuropa und den USA brauchen wir noch eine Verstärkung", fügte Co-Vorstandssprecher Ferri Abolhassan hinzu. IDS Scheer verfüge derzeit über 95 Millionen Euro liquider Mittel.

Mit einer nachhaltige Belebung des Marktes für Informationstechnologie rechnet Abolhassan in diesem Jahr noch nicht. "2003 dürften die Ausgaben in die IT-Infrastruktur nicht in den Himmel wachsen", sagte er mit Blick auf die seit Monaten restriktive Ausgabenpolitik vieler Unternehmen.

Nach vorläufigen Berechnungen steigerte IDS Scheer im abgelaufenen Geschäftsjahr fast ausschließlich organisch seinen Umsatz um 13,2 Prozent auf 181,3 Millionen Euro und blieb damit nur knapp unter der geplanten Zuwachsrate von 15 Prozent. Dabei hätten sowohl das Beratungs- wie auch das Produktgeschäft unter anderem mit der Software für Geschäftsprozessmanagement ARIS gleichermaßen zum Wachstum beigetragen.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern erhöhte sich um 177 Prozent auf rund 23,5 Millionen Euro, der Jahresüberschuss kletterte auf über 13 (Vorjahr: 5,7) Millionen Euro. Die Ergebnisentwicklung führte Abolhassan unter anderem auf das restrukturierte und inzwischen profitable Auslandsgeschäft zurück. Die Beschäftigtenzahl sei mit 1446 Mitarbeitern im Jahresvergleich nahezu konstant geblieben.

Christian Wiss, Analyst bei der Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein, bewertet die 2002er Geschäftszahlen insgesamt als sehr gut. "Die Marge war leicht oberhalb meiner Erwartung." In einem weiter schwachen Umfeld für IT-Services sollte sich IDS 2003 deutlich besser als der Markt entwickeln. Die ausgegebene Ebit-Marge von über acht Prozent für 2003 hält er für "sehr vorsichtig" geschätzt. Wiss rechnet vielmehr mit einer Ebit-Marge auf Vorjahresniveau und rät zum Kauf der Aktie.

Die im Auswahlindex Nemax-50 des Neuen Marktes notierten IDS-Aktien lagen am Mittag 2,6 Prozent im Plus bei 6,32 Euro.

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