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10.01.2001

19:41 Uhr

Prominente Passagierliste

TWA gilt als Pionier der Luftfahrt

Mit der angestrebten Übernahme der Trans World Airlines (TWA) durch die Muttergesellschaft der zweitgrößten US-Fluglinie American Airlines würde die AMR Corp nicht irgendeine Fluggesellschaft kaufen.

Pioniere der Luftfahrt

Pioniere der Luftfahrt

Reuters NEW YORK. Der Name TWA steht für zahlreiche Neuerungen im Service-Bereich, das Logo des Traditionsunternehmens ist aber auch mit dramatischen Stunden in der Geschichte der zivilen Luftfahrt verknüpft. Schillernd liest sich auch die Liste der Eigentümer, darunter der exzentrische Milliardär Howard Hughes.

Die vor 75 Jahren gegründete TWA gilt als Service-Pionier über den Wolken. TWA war die erste Fluglinie, die Uniformen für ihre Stewardessen einführte, frisch gebrühten Kaffee servierte und Nicht-Raucher-Zonen einrichtete. Die TWA führte 1940 das Radio an Bord ihrer Flugzeuge ein und läutete auch das Filmzeitalter ein: 1961 flimmerte Hollywood-Star Lana Turner in dem Familiendrama "Und die Nacht wird schweigen" über die Leinwand eines TWA-Fliegers.

In die Passagierliste der Prominenten konnte sich 1965 auch Papst Paul VI eintragen, der mit einem TWA-Jet vom ersten Besuch eines Oberhauptes der katholischen Kirche von New York nach Rom reiste. Zwanzig Jahre später flog Papst Johannes Paul II mit einer umgebauten TWA Boeing 727 in die USA. Auch 1987 stieg der Papst zu einer Reise in die USA wieder in einen TWA-Jet. Prominent ist auch die Liste der TWA-Eigner. 25 Jahre gehörte die Fluglinie dem Gründer des Playboy-Klubs Howard Hughes. Ohne, dass Hughes eine offizielle Position bei der TWA einnahm, kontrollierte er das Unternehmen bis in die Mitte der 60er Jahre.



Tragische Unternehmensgeschichte

Die unternehmerischen Wurzeln der TWA liegen bei der kleinen Fluglinie Western Air Express die 1925 gegründet wurde. Zwei Jahre später bot die Transcontinantal Air Transport einen neuen Service an. Auf der Route des legendären Fliegers Charles Lindbergh bot das Unternehmen eine Bahn/Flugreise von einer Küste der USA zur anderen an. 1930 fusionierten Western Air und Transcontinental. 1950 benannte sich die Gesellschaft in TWA - Trans World Airlines - um.

Zur Geschichte der Fluglinie gehören auch tragische Momente. 1960 stieß eine TWA Super Constellation mit einer DC-8 der United Airlines über New York zusammen. 134 Passagiere wurden Opfer des Unglücks. 1986 starben 230 Menschen an Bord eines TWA-Jumbo, als das Flugzeug vor Long Island unter mysteriösen Umständen explodierte. 1985 erregte die Fluglinie weltweit Aufsehen, als das Foto eines Entführers um die Welt ging, der auf dem Flughafen Beirut seine Waffe auf den Kopf eines TWA-Flugkapitäns hielt.

Der finanzielle Sinkflug der TWA begann mit der Deregulierung der USA-Luftfahrt in den 80-er Jahren. Der umstrittene Unternehmer Carl Icahn übernahm 1985 die Kontrolle über die TWA. Drei Jahre später stimmten die Anteilseigner der Privatisierung des Unternehmens zu. TWA, mit inzwischen 20 000 Mitarbeitern die achtgrößte Fluglinie der USA, hat seit 12 Jahren keine Gewinne mehr gemacht und zwei Mal Gläubigerschutz beantragt, um einen Konkurs abzuwenden.

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