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09.02.2001

15:21 Uhr

afp TEHERAN. Die Polizei in Teheran hat am Freitag eine Demonstration von mehreren hundert Menschen gegen die Regierung gewaltsam aufgelöst. Augenzeugen zufolge wurden dabei 20 Jugendliche verletzt und etwa hundert weitere festgenommen. Andere berichteten von etwa zehn Verletzten und 20 Festnahmen. Die Demonstranten - nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA 300, laut Augenzeugen 3 000 - hatten sich am späten Vormittag vor dem Mellat-Park im Norden der Stadt versammelt und Parolen gegen die Regierung gerufen. Islamische Milizionäre und Polizisten gingen mit Tränengas und Schlagstöcken gegen sie vor und zerstörten deren Transparente. Auf den Spruchbändern hieß es unter anderem: "Es lebe die Meinungsfreiheit" und "Wir sind gegen das islamische Regime". IRNA machte keine Angaben zu Verletzten oder Festnahmen. Nach Angaben eines AFP-Reporters war die Lage am Nachmittag wieder ruhig. Der Park wurde jedoch immer noch stark bewacht.

Kundgebungsteilnehmer sagten, sie hätten "gegen das islamische Regime" protestiert. "Wir werden Schweigemärsche in Teheran und auf dem Land unternehmen, weil wir unter dieser Regierung leiden", sagte ein Unternehmenschef. Einige Demonstranten seien dem Aufruf eines ehemaligen Anhängers des reformorientierten Präsidenten Mohammed Chatami gefolgt, andere einem Aufruf des in den USA stationierten oppositionellen Radiosenders Radio-Iran. "Wir glauben an niemanden mehr, der dieser Regierung angehört, auch nicht an Chatami. Es gibt keine Freiheit in Iran", sagte ein Student.

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