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15.02.2002

11:44 Uhr

Prozess in den USA

US-Firma fordert Lizenzgebühren für Downloads

VonGegor Honsel

Willkommen zu einer neuen Folge der Serie "seltsame Patentansprüche in den USA". Nachdem der British Telecom bei der Durchsicht ihrer Akten aufgefallen war, dass sie den Link erfunden hat, steht nun auch der Musik-Download zur Debatte.

DÜSSELDORF. Das US-Unternehmen SightSound.com hält mehrere Patente auf den Download von Musik und Videos über das Internet. Dabei geht es um den Prozess an sich, nicht um bestimmte technische Spezifikationen.

Bereits 1998 verklagte SightSound.com die Bertelsmann-Tochter CDNow auf die Zahlung von Lizenzgebühren. In einer ersten Anhörung hat SightSound.com nun nach eigener Darstellung Recht bekommen. Friedensrichter Kenneth Benson vom US-Bundesgericht West-Pennsylvania habe die Position von SightSound in allen Aspekten unterstützt, so das Unternehmen, das sonst vor allem als Film-Portal sein Geschäft macht.

SightSound-Chef Scott Sanders sprach von einem "wichtigen Schritt, unsere Patentrechte aggressiv durchzusetzen". Wenn SightSound damit durchkommt, müssen Webseiten-Betreiber Lizenzgebühren dafür abführen, dass sie Musik oder Videos zum herunterladen anbieten. Dadurch wird die Musik-Distribution über das Internet wieder ein Stück teurer - auch für den Kunden. Schon jetzt zahlen Firmen Lizenzgebühren für Komprimierungsformate wie MP3 oder Übertragungstechniken wie RealAudio.

Doch es wird nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Der Prozess soll erst im Laufe des nächsten Jahres abgeschlossen werden. Wenn CDNow das Urteil anfechtet, werden noch einige Jahre ins Land ziehen, bis der erste Nutzer zur Kasse gebeten wird.

Am Montag dieser Woche begann vor dem US-Bundesgericht in White Plains, New York, ein Prozess, bei der die British Telecom das Recht an einer der universellsten Funktionen des World Wide Web durchsetzen will: Dem Hyperlink.

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