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03.01.2002

10:55 Uhr

Prozessfinanzierer erwartet Markt-Konzentration

Foris hält an Prognosen für 2001 fest

Der Berliner Prozessfinanzierer Foris AG hält an seinen im Oktober gesenkten Schätzungen für das abgelaufene Geschäftsjahr fest und sieht seine Kapitalkraft als ungefährdet an.

dpa-afx/Reuters MÜNCHEN. Es gebe keinen Anlass, von der Prognose für 2001 abzurücken, sagte Foris-Vorstand Christian Rollmann der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagausgabe). Demnach erwartet das Unternehmen einen Umsatz von rund 50 Mill. DM und einen Verlust von 6,4 Mill. DM. Mit einem Eigenkapital von rund 13 Mill. Euro (25 Mill. DM) per Ende September vergangenen Jahres sieht Rollman den Angaben zufolge die Kapitalkraft von Foris für die Finanzierung weiterer Prozesse trotz hoher Verluste und negativen Cash-Flows als ungefährdet an.

Der Prozessfinanzierer rechnet mit einer Markt-Konzentration in der Branche. "Die kleineren werden schon in den nächsten ein, zwei Jahren von der Bildfläche verschwinden", sagte Christian Rollmann, Vorstand der Foris AG, der "Süddeutschen Zeitung" (SZ, Donnerstagausgabe).

Den Kauf angeschlagener Konkurrenten schließt Foris dem Bericht zufolge aus. Auch die Übernahme einzelner von Wettbewerbern angebotener Verfahren habe Foris bislang mangels Wirtschaftlichkeit abgelehnt. Derzeit böten in Deutschland gut ein Dutzend Unternehmen die Finanzierung von Prozessen gegen Erfolgsbeteiligung an. Rollmann sagte, er gehe davon aus, dass es künftig eine Risiko-Aufteilung (Risk-Sharing) zwischen den verschiedenen Prozessfinanzierern gebe werde, um das Risiko von Verfahren mit einem Streitwert von mehreren 100 Mill. Euro gemeinsam zu schultern. Erste Gespräche habe es bereits gegeben.

Die am Neuen Markt notierte Foris-Aktie stieg am Donnerstagvormittag in einem festen Gesamtmarkt bei dünnen Umsätzen über sechs Prozent auf 2,25 Euro. Der Prozessfinanzierer hatte Mitte August gegen die Delisting-Regeln der Deutschen Börse eine Einstweilige Verfügung und damit einen Aufschub von einem halben Jahr erwirkt. Die Börse legte Berufung gegen das Urteil ein, über die das Oberlandesgericht Frankfurt Ende Januar entscheiden will.

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