Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.01.2001

12:04 Uhr

Prüfung bis Ende Februar

Kirch-Telekom-Allianz droht am Kartellamt zu scheitern

Die Wettbewerbshüter haben Bedenken gegen die geplante Allianz für Internet und Kabelfernsehen.

dpa BONN. Die von der Kirch-Gruppe und der Deutschen Telekom geplante Allianz für Internet und Kabelfernsehen droht am Bundeskartellamt zu scheitern. Bei der Behörde gebe es aus Wettbewerbssicht gegen den genehmigungspflichtigen Zusammenschluss "eindeutig" Bedenken, sagte Kartellamts-Sprecher Stefan Siebert am Mittwoch in Bonn. Die Prüfungsfrist dauere aber noch bis Ende Februar und eine endgültige Entscheidung sei nicht getroffen. Die Telekom will für angeblich rund eine Milliarde DM 51 % der Kirch- Tochter Beta Research übernehmen.

Ein Zusammenschluss zweier derart maßgeblicher Unternehmen im Sektor von Online-Inhalten und auf Netzbetreiberseite könne zu einer marktbeherrschenden Stellung führen, erläuterte Siebert. Darüber würden mit den beiden Unternehmen derzeit Gespräche geführt. Wegen des laufenden Verfahrens könne er inhaltlich zum Stand keine näheren Angaben machen. Die Telekom ist Marktführer beim Netz fürs Kabelfernsehen. Kirch ist bei TV-Abonnementprogrammen (Pay TV) führend.

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" will das Kartellamt das Vorhaben nicht genehmigen. Die Behörde befürchte, durch den Zusammenschluss bei Beta Research werde der Wettbewerb sowohl beim Fernsehen wie auch bei der Telekommunikation gefährdet. Beta Research nehme mit seiner d-box eine Schlüsselstellung in diesen Märkten ein. Sie ermögliche Empfang und Abrechnung beim Pay TV sowie von digitalen TV-Kanälen und solle auf Dauer auch Zugang zum Internet via Kanal bieten.

Nach Informationen des Blatts will das Kartellamt den Einstieg der Telekom bei Beta Research nur erlauben, wenn die Telekom sich von ihren Kabelnetzen "weitgehend" (bis auf eine bundesweite Kapitalbeteiligung von unter 25 %) trennt. Innerhalb der Prüffrist sei dies aber nicht zu bewerkstelligen. "Die Haltung der Wettbewerbshüter läuft damit auf ein Verbot der Allianz hinaus."

Ein Sprecher der Telekom wollte sich dazu inhaltlich nicht äußern. Er verwies auf die Gespräche, die zur Zeit mit dem Kartellamt geführt würden. Die Telekom prüfe die Bedenken und wie darauf zu reagieren sei. Der Konzern, sich bisher nur von einen Teil seiner Kabelnetzes verkauft hat, wolle weitere Teile seines Kabelnetzes veräußern.

Die formelle Anmeldung der Allianz beim Kartellamt wurde am 26. Oktober 2000 eingereicht. Die Prüffrist beträgt vier Monate - also bis 26. Februar.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×