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21.07.2000

17:23 Uhr

Prüfung der Einzelaktionäre war bislang nicht erfolgt

Bundesaufsichtsamt erwägt Kontrolle von Cobra-Aktionären

Bei einer Inhaberkontrolle kann den Angaben zufolge auch die Herkunft der Mittel überprüft werden, die für den Erwerb von Aktien aufgewendet wurden

ADX Berlin - Das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BaKred) prüft derzeit eine Inhaberkontrolle der Cobra-Einzelaktionäre. Wie das Amt am Freitag in Berlin mitteilte, ging es auf Grund von Äußerungen der Cobra Beteiligungs-GmbH bisher davon aus, dass diese selbst Inhaberin einer "bedeutenden Beteiligung" an der Commerzbank ist. Daher sei eine Prüfung der Einzelaktionäre bislang nicht erfolgt. Die Aussage der Beteiligungsgesellschaft, das BaKred habe alle Anteilseigner überprüft und "nicht den leisesten Zweifel geäußert", sei daher unrichtig. Bei einer Inhaberkontrolle kann den Angaben zufolge auch die Herkunft der Mittel überprüft werden, die für den Erwerb von Aktien aufgewendet wurden.

Das Amt widersprach dem am Vortag von Cobra-Geschäftsführer Hansgeorg Hofmann erhobenen Vorwurf, das BaKred habe beim Entzug der Cobra-Stimmrechte "in falsch verstandenem Interesse der Banken" gehandelt, um einen Verkauf an ausländische Investoren zu verhindern oder zu erschweren. Die Aufsichtsbehörde habe lediglich ihre gesetzliche Befugnis ausgeübt, "dem Inhaber einer bedeutenden Beteiligung, dessen gesetzlicher Vertreter als unzuverlässig angesehen wird, die Ausübung der Stimmrechte zu untersagen". Die Cobra-Beteiligungs-GmbH hatte zeitweilig einen Stimmenanteil von 17 % an der Commerzbank gebündelt. Das BaKred entzog jedoch Anfang der Woche der Gruppe das Stimmrecht, was offiziell von der Behörde bislang nicht begründet wurde.

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