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10.01.2011

09:27 Uhr

Public Cloud

Rechenkraft stets zu Diensten

VonStephan Dörner

Die überwiegende Zahl der Server in Unternehmen tut die meiste Zeit über nichts. Sie stehen da, abrufbereit für Spitzenlasten – im Sinne der Ausfallsicherheit meist sogar doppelt und dreifach. Das muss nicht sein: Rechenkraft und Datenspeicher gibt es auch auf Abruf – aus der Cloud.

Auch das Projekt Wikileaks setzte vorübergehend auf Amazons Cloud - doch der Online-Händler ließ den Vertrag ohne Vorwarnung platzen. dpa

Auch das Projekt Wikileaks setzte vorübergehend auf Amazons Cloud - doch der Online-Händler ließ den Vertrag ohne Vorwarnung platzen.

DÜSSELDORF. Marktführer bei der Rechenkraft aus der Wolke ist der Online-Händler Amazon: Seit 2006 bietet der Online-Riese Server seines Hauses als "Elastic Compute Cloud", kurz EC2, an. Dabei kann der Nutzer entweder nur ein nacktes Betriebssystem wie Linux oder Windows mieten, das er dann selbst nach Wunsch mit Programmen ausstattet. Oder er mietet eine vorkonfigurierte Umgebung, beispielsweise samt eingerichteter Datenbank (Platform as a Service).

Gemietet wird nicht ein physikalischer Server, sondern dessen virtuelle Entsprechung: Eine sogenannte Instanz, die eine komplette Server-Umgebung simuliert. Dabei laufen aber jeweils viele Instanzen auf einem physischen Server. Die verbrauchte Rechenleistung wird dann pro Stunde und Instanz abgerechnet, wobei die Instanzen verschieden gut mit Speicher und Prozessorpower ausgestattet sind.

Amazons Konzept hat inzwischen zahlreiche Nachahmer gefunden - vor allem in den USA. Auch andere IT-Größen wie Google und Microsoft bieten längst ihre Cloud-Dienste mit bereits eingerichteter Laufzeitumgebung (Platform as a Service) über das Netz an. Andere kombinieren das Angebot von Amazon mit einer eigenen Dienstleistung: So vermietet die US-Firma Engineyard beispielsweise Amazon-Server und betreut darauf in der Programmsprace Ruby on Rails geschriebene Applikationen von Kunden.

Wer als Unternehmen auf derartige Dienste zurückgreift, muss auf die Details achten. So haben einige Anbieter beispielsweise ein Service Level Agreement, in dem sie ihren Kunden 99,9 oder 99,99 Prozent Verfügbarkeit zusichern. Wird das Versprechen nicht eingehalten, sind saftige Vertragsstrafen fällig. Dabei sollte man sich nicht täuschen lassen: 99,9 Prozent zugesicherte Verfügbarkeit bedeuten, dass ein System fast neun Stunden im Jahr ausfallen darf.

Kommentare (1)

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Witzig... und so viel Geld dahinter

10.01.2011, 11:11 Uhr

Ja, ja, die Cloud... schade! Es wäre eigentlich ein guter Ansatz, wenn da nicht die Anbindung wäre...

Die meisten Cloud-Server liegen in Amerika. Und gar keiner der Anbieter hat eine 365-7-24 Garantie ab Kunden-internetzugang im Angebot.

Es bleibt weiterhin eine Lachplatte und typisch amerikanischer Dummenfang :-)

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