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04.04.2003

10:40 Uhr

Quartalsgewinn unter Erwartungen

STMicroelectronics unter Druck

Europas größter Chiphersteller STMircoelectronics (ST) hat im ersten Quartal seine Geschäftsziele verfehlt. Sowohl Umsatz als auch Gewinnmarge lagen unter den Erwartungen des französisch-italienischen Konzerns.

Reuters NEW YORK. Das Unternehmen führte dies auf einen unerwartet starken Preisdruck sowie ungünstige Wechselkurseffekte durch den starken Euro zurück. Analysten werteten die Zahlen als Hinweis darauf, dass das Anfangsquartal 2003 auch bei anderen Halbleiterproduzenten eher schwach verlaufen sein könnte.

ST-Aktien reagierten am Freitag mit deutlichen Kursverlusten auf die vorläufigen Geschäftszahlen und belasteten damit auch andere Chipwerte. Gegen diesen Trend notierten die Papiere des Münchner ST-Konkurrenten Infineon im Plus.

Den Nettoumsatz im abgelaufenen Quartal (zum 29. März) gab ST am Donnerstagabend nach US-Börsenschluss mit 1,618 Mrd. Dollar an. Die Erlöse lagen damit etwas unter der vom Konzern prognostizierten Spanne von 1,62 Mrd. bis 1,68 Mrd. Dollar. Im Vorjahreszeitraum belief sich der Umsatz vor dem Hintergrund der bislang stärksten Flaute der Chipindustrie auf lediglich 1,36 Mrd. Dollar. Auch die Bruttogewinnspanne verfehlte im ersten Quartal 2003 mit 35 % die Prognose von 36 bis 37 %. Angaben zum Ergebnis machte das Unternehmen nicht. Analysten erwarten bislang im Schnitt einen Gewinn je Aktie von 13 US-Cent.

Branchenexperten bezeichneten die Umsatzentwicklung als weniger dramatisch. "Am meisten Sorgen macht der Preisdruck", sagte Analyst Ulrich Pelzer von Lehman Brothers in London. Zudem liege ST bei der Bruttogewinnspanne merklich unter den eigenen Erwartungen. Sanford-Bernstein-Analyst Adam Parker zufolge geben die Quartalszahlen des europäischen Branchenprimus einen gewissen Aufschluss auf die Geschäftsentwicklung in der Halbleiterindustrie. "Es könnte ein Signal dafür sein, dass auch andere Chiphersteller ein nicht so gutes Quartal haben werden", sagte Parker und nannte dabei die US-Konzerne Texas Instruments und Intel.

ST ist weltweit die Nummer vier und liegt in Europa an der Spitze vor Infineon und Philips. Eingesetzt werden ST-Chips zum Beispiel in Geräten der Unterhaltungselektronik oder in der Autoelektronik. Größter ST-Kunde ist der weltgrößte Handy-Produzent Nokia. Die südkoreanische Samsung Electronics, weltweit der zweitgrößte Halbleiterhersteller, teilte am Freitag mit, ihr Chipumsatz im ersten Quartal sei etwas höher ausgefallen als in der Vorjahresperiode.

Die Aktien von STMicroelectronics, die auch an der New Yorker Börse notiert sind, verloren in Paris 3,2 % auf 17,84 ?. Philips gaben in Amsterdam um 1,4 % auf 15,56 ? nach und ASML um 1,2 % auf 6,58 ?. Infineon dagegen legten 1,2 % zu auf 6,76 ?.

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