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11.01.2001

19:23 Uhr

Quartalszahlen entsprechen gedämpften Erwartungen – Umschwung nicht in Sicht

Yahoo und Motorola können in USA düstere Stimmung nicht heben

VonKatharina Kort

Die Quartalszahlen des Internetdienstes Yahoo und des Handyherstellers Motorola sind nicht schlecht. An der trüben Stimmung änderten sie nichts.

NEW YORK. Trotz ordentlicher Zahlen haben zwei Schlüsselunternehmen der amerikanischen High-Tech-Branche die Stimmung nicht zum Besseren wenden können. Der Internetdienst Yahoo und der Handybauer Motorola hatten die Erwartungen der Analysten zwar erfüllt, doch gleichzeitig auch die Aussichten für das laufende Jahr nach unten revidiert.

Der Telekommunikationsausrüster Motorola aus Schaumburg, Illinois, konnte mit einem Gewinn von 335 Mill. $ oder 15 Cents pro Aktie die Erwartungen der Analysten erfüllen. Allerdings war der Gewinn im vierten Quartal 1999 mit 25 Cents pro Aktie jedoch noch deutlich höher ausgefallen. Zudem hatte das Unternehmen die Analysten kürzlich bereits zwei Mal vorgewarnt und Prognosen nach unten revidiert. Den Umsatz steigerte Motorola im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11 % auf 10,1 Mrd. $. Hier hatten die Experten mit mehr gerechnet. Weder auf dem Handy- noch auf dem Halbleitermarkt sei in den kommenden drei bis sechs Monaten mit einer durchgreifenden Wende zum Besseren zu rechnen, hieß es bei Motorola.

Auch Yahoo aus Santa Clara, Kalifornien, hat im vergangenen Jahr mit 311 Mill. $ etwas weniger umgesetzt als erwartet. Der Gewinn lag jedoch mit 80,2 Mill. $ im Vorhersagebereich. Dabei macht Yahoo vor allem das schleppende Werbegeschäft im Internet zu schaffen. Henry Blodget, Internet-Analyst der Investment-Bank Merrill Lynch glaubt, dass der Internet-Werbemarkt im vierten Quartal um 5% geschmrumpft ist.

Wachstum zwischen 2 und 4 %

Die Wall Street hatte die Ergebnisse der beiden Unternehmen mit Spannung erwartet, da sie als Auftakt für die Ergebnis-Saison des vierten Quartals 2000 gelten. Von Enthusiasmus ist hier jedoch nichts zu spüren. So rechnet Charles Hill, Research Direktor des Finanzdienstes First Call/Thomson Financial, mit weiteren negativen Überraschungen. Noch im Sommer hatten die Experten ein Gewinn-Plus von 15,6 % erwartet. "Tatsächlich wird das Wachstum irgendwo zwischen 2 und 4 % liegen", sagt Hill voraus.

Dabei sind vor allem die Gewinne im Technologiesektor nur noch wenig gewachsen, sie konnten im vierten Quartal nur noch um 3 % zulegen. Anfang Oktober hatte First Call/Thomson Financial hier noch mit einem Plus von 39 % gerechnet. In der kommenden Woche stehen die Ergebnisse der Computerhersteller Apple und Sun sowie des Softwareherstellers Microsoft an. Für Apple und Microsoft haben fast alle Analysten ihre Prognosen nach unten korrigiert.

Auch bei Cisco läuft es schlechter

Cisco Systems, die Infrastrukur für das Internet anbietet, kündigte bereits an, dass das laufende Quartal schwieriger als erwartet laufe. Daraufhin hatte die Rating-Agentur CIBC das Unternehmen aus dem kalifornischen San Jose von Kaufen auf Halten zurückgestuft.

Auch der Kommunikationssektor, zu denen Klassiker wie AT&T und Worldcom gehören, lief im vergangenen Quartal enttäuschend, stellt Hill von First Call/Thomson Financial fest. Sollten die Gewinne ursprünglich nur um 7 % zurückgehen, sieht es nun so aus, als würden sie um 30 % fallen.

Doch nicht nur die Werte der sogenannten Neuen Wirtschaft sind im vergangenen Quartal schlecht gelaufen. So enttäuschten auch die zyklischen Konsumerwerte: Die Amerikaner halten sich auch beim Autokauf und beim Häuserbau zurück. Ursprünglich hatte man hier mit einem Wachstum von 10 % gerechnet. Nun sieht es so aus als würden die Gewinne in diesem Sektor um 12 % zurückgehen.

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