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24.01.2003

13:35 Uhr

Rabatte bis zu 70 Prozent

Preisfeuerwerk im Winterschlussverkauf

Nach den Rabattschlachten der vergangenen Wochen will der Handel im diesjährigen Winterschlussverkauf (WSV) noch einmal ein wahres Preisfeuerwerk entzünden: Preisnachlässe bis zu 70 Prozent sollen ab Montag die Kunden in die Geschäfte locken. In den Geschäften herrscht aber nur gedämpfter Optimismus.

Rabattschlacht im Winterschlussverkauf, Foto: dpa

Rabattschlacht im Winterschlussverkauf, Foto: dpa

HB/dpa HAMBURG. Die Lager sind prall gefüllt. Die derzeit milde Witterung lässt aber das Interesse an Winterkleidung schwinden. Zudem befürchtet der Einzelhandel die Folgen des "Lohnschocks": Die seit Jahresbeginn höheren Abzüge könnten die seit Monaten beklagte Kaufunlust noch verstärken.

"Billiger wirds nimmer"

"Billiger als jetzt wird es nicht mehr", kündigte der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) an. In vielen Geschäften sollen zusätzliche Sonderaktionen den Kunden die Geldbeutel lockern. "Der Handel muss jetzt alle Register ziehen, weil der Verbraucher nach all den Rabatten abgestumpft ist", riet HDE-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr. Eine emnid-Umfrage im Auftrag der "Bildwoche" ergab, dass rund 75 Prozent aller Deutschen den WSV nicht nutzen wollen: Nach den Rabattschlachten der vergangenen Wochen hätten die meisten Käufer bereits günstig eingekauft.

Der HDE hofft, dass sich der Blick auf die Lohn- und Gehaltsabrechnung nicht negativ auswirken wird. "Wer sparen muss, weiß, dass er das im Winterschlussverkauf am besten kann", sagte Pellengahr. Der Präsident des Hessischen Einzelhandelsverbandes, Frank Albrecht, gab zu Bedenken, "wenn Netto weniger auf dem Konto ist, wird das die Konsumfreude der Bürger schmälern". Viele Händler sind skeptisch, der Einzelhandelsverband Niedersachsen rechnet gar mit "merklichen Einbußen".

Besserer Umsatz als 2002 erwartet

Bundesweit erwarten die meisten Händler trotz aller Sorgen einen größeren Andrang als vor einem Jahr. Damals habe vor allem das neu eingeführte Eurobargeld den Kunden das Einkaufen vermiest, sagte Pellengahr. "Da wir so kräftig reduzieren, erwarte ich einen besseren Umsatz als im Vorjahr - aber hellsehen kann ich nicht", sagte der Geschäftsführer des Kaufhofs in Speyer, Jürgen Pavel.

An Angebot wird es nicht mangeln: Die Auswahl sei dieses Jahr besonders groß, teilte der Landesverband des Bayerischen Einzelhandels (LBE) mit. Die Regale seien noch prall gefüllt mit Winterwaren, sagte LBE-Sprecherin Isa Gartiser. Der Kälteeinbruch sei viel zu kurz gewesen. Vor allem warme Kleidung wie Mäntel, Strickwaren und gefütterte Schuhe seien noch zu haben. "Wir hoffen auf Petrus", sagte Kathrin Hauber vom Münchner Kaufhaus Karstadt- Oberpollinger. "Wenn es endlich wieder kalt ist, wird auch gekauft."

Regierungspläne stoßen auf Ablehnung

Die Pläne der Bundesregierung, die Schlussverkäufe ganz abzuschaffen, stoßen im Handel auf breite Ablehnung. "Wir müssen einfach zwei mal im Jahr versuchen, unsere Lager zu räumen, weil wir die alte Ware nicht weiter mitschleppen können", sagte Hauber. "Die Kunden lauern doch schon auf die Schlussverkäufe", meinte der Ludwigshafener C&A-Chef Marcus Beining. "Der Handel braucht diesen Paukenschlag", bekräftigte Dierk Böckenholt vom Einzelhandelsverband Nord-Ost in Kiel.

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