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15.01.2003

08:14 Uhr

Rampl erteilt Fusionsgerüchten eine Absage

Hypo-Vereinsbank denkt nicht an Commerzbank

Der neue Chef der HVB Group, Dieter Rampl, hat Spekulationen über eine demnächst anstehende Fusion seiner Bank mit der Commerzbank eine Absage erteilt.

Reuters MÜNCHEN. Rampl sagte am Dienstagabend in München, er könne auf die Frage "nach einer Fusion mit einem anderen Haus, das vielleicht gelb angestrichen ist", nur erklären: "Wir haben durchaus Wichtigeres zu tun." Die Unternehmensfarbe der Commerzbank ist gelb. Die HVB ist die zweitgrößte Bank in Deutschland.

Rampl ist seit dem 1. Januar neuer Chef der HVB. Er löste zum Jahreswechsel Albrecht Schmidt ab. Das erklärte Ziel der Bank sei, die eigene Unabhängigkeit zu sichern und nicht, sich für andere Finanzinstitute attraktiv zu machen, hob Rampl hervor.

Commerzbank-Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller hatte am Montag der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, die Bank sei offen für Partner, setze aber grundsätzlich auf ihre Eigenständigkeit. "Die Commerzbank muss und tut dies auch, eine Standalone-Strategie zu verfolgen. Zugleich sind wir, wie ich schon häufiger gesagt habe, offen für Dritte", hatte Müller am Vorabend gesagt. Zur Frage, ob seine Bank wie von Analysten erwartet auf eine Fusion mit der HVB zusteuere, wollte sich Müller nicht äußern. "Wir bleiben bis auf weiteres unabhängig", hatte Müller lediglich gesagt.

Müller bevorzugt Konsolidierung des deutschen Bankenmarktes

In den vergangenen Monaten hatte der Commerzbank-Chef mehrfach erklärt, er würde zunächst eine Konsolidierung im deutschen Bankenmarkt bevorzugen und erst in einem zweiten Schritt grenzüberschreitende Zusammenschlüsse. In Bankenkreisen hält man es für möglich, dass die Commerzbank und die HVB auf Grund der strukturellen Überkapazitäten in Deutschland, der hohen Kosten und der niedrigen Erträge fusionieren müssten. Die zwei Banken haben den gleichen Mehrheitsaktionär, die Münchener Rück, die größter Rückversicherer der Welt ist. Die Münchener Rück hatte in der Vergangenheit signalisiert, dass sie einem Zusammenschluss von Commerzbank und HVB zumindest nicht im Wege stehen werde. Im vergangenen Dezember hatte der damals noch amtierende HVB-Chef Schmidt in einem Zeitungsinterview gesagt, dass ein konkreter Schritt zu einer Fusion der beiden Banken derzeit nicht auf der Agenda stehe, ein Zusammenschluss aber eine "theoretische Logik" habe.

Beide Banken hatten in der Vergangenheit wiederholt gesagt, dass sie erst ihre Hausaufgaben machen und die Profitabilität verbessern wollten, bevor sie eine Fusion in Betracht zögen. Die Aktien von HVB und Commerzbank haben im vergangenen Jahr im Vergleich zu anderen europäischen Werten aus dem Bankensektor unterdurchschnittlich abgeschnitten und die Hälfte ihres Werts eingebüßt.

Rampl sagte, er gehe davon aus, dass es etwa zwölf Monate dauern werde, die HVB wieder auf Kurs zu bringen. Er sehe gegenwärtig nicht, woher die Ertragsströme plötzlich kommen sollten. Die HypoVereinsbank werde ihre im vergangenen Jahr begonnene Konsolidierung mit beschleunigtem Tempo fortsetzen. Dabei solle das Privat- und Firmenkundengeschäft durch neue Qualitätsinitiativen effizienter gemacht werden.

Ihre Beteiligung am defizitären Direktbroker DAB werde die HVB in einem nächsten Schritt nach dem laufenden Verkauf der Auslandsaktivitäten so gestalten, dass sich das eingesetzte Kapital wieder rentiere, fügte Rampl hinzu.

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