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04.02.2001

19:09 Uhr

Rascher Ausbau des Investment-Banking als Ziel – Erfolgreiches Jahr bei Aktienemissionen

Commerzbank will in die Bundesliga

VonRobert Landgraf , FELIX SCHÖNAUER

Die Commerzbank will das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen schnell auf- und ausbauen. Der Rentenhandel wurde bereits umstrukturiert und soll nun die alte Stärke wieder erreichen.

FRANKFURT/M. Die derzeit schwierigen Zeiten im Investment-Banking schrecken Mehmet Dalman, Chef der Commerzbank Securities, nicht. Er will das lukrative Feld Mergers & Acquisitions (M &A) nicht den amerikanischen Investmenthäusern und europäischen Konkurrenten wie der Deutschen Bank überlassen. Deshalb plant Dalman, bis zum Jahresende von 17 auf 55 Mitarbeiter aufzustocken. Bei einer Fusion könne die Investment-Bank der Commerzbank ihre noch brach liegenden Kontakte der Mutter zu rund 7 000 meist mittelständischen Unternehmen als Mitgift mitbringen, betont er.

Die Zahl der möglichen Partner in Europa ist in den letzten Jahren allerdings stark geschrumpft, nachdem viele Großbanken sich auf diesem Gebiet durch Akquisitionen verstärkt haben. Ein Interesse am europäischen Geschäft von ING Barings bestehe nicht, erklärt Dalman. Aber es gibt noch weitere gute Adressen im Bereich M & A in Europa. Dazu gehört die Londoner ARC Associates, zu deren Kunden unter anderem der finnische Telekomkonzern Sonera zählt. Ebenso klein wie fein ist auch Greenhill mit 10 Partnern in New York, London und Frankfurt. Die Gruppe hat vor kurzem Nestle beim milliardenschweren Kauf des US-Tierfutterherstellers Ralston Purina beraten. In Familienhänden befinden sich Lazard und Rothschild. Während bei Commerzbank Securities der Bereich M & A noch in den Kinderschuhen steckt, hat der Aktienhandel einen ausgezeichneten Ruf in der Finanzgemeinde. Auch bei Aktienemissionen konnte das Institut eine beachtliche Position in Europa erringen. Es rangierte im vergangenen Jahr auf Platz vier nach Deutscher Bank, Goldman Sachs und UBS Warburg. Die Commerzbank begleitete in Europa 24 Börsengänge im Volumen von 2,1 Mrd. .

Ein Sorgenkind war lange Zeit der Bereich Anleihen. Hier habe die Bank im vergangenen Jahr aufgeräumt, macht Dalman deutlich. Das Führungsteam sei ausgewechselt worden. Bei den Mitarbeitern der Fixed-Income-Seite wechselte Commerzbank Securities zwischenzeitlich 270 Mitarbeiter aus. Inzwischen wurde wieder kräftig aufgestockt und die ursprüngliche Stärke von 340 erneut erreicht. Allein von der Deutschen Bank konnte Dalman eine Mannschaft von 22 Händlern abwerben.

Dass die Handelsbücher im Rentenbereich bereinigt wurden, stellte sich bei der Zinsentwicklung in 2000 als Glücksfall heraus. "Das vergangene Jahr war das ertragsstärkste bei Anleihen in den letzten fünf Jahren", sagt Dalman. Im schwierigen vierten Quartal 2000 sei die Commerzbank Securities gut über die Runden gekommen. Den Oktober bezeichnet der Investment-Banker als schwierigen Monat. Verluste seien allerdings keine entstanden. November und Dezember verliefen dagegen ausgezeichnet bzw. erwartungsgemäß. Dass die Gebühreneinnahmen im Handel mit Wertpapieren insgesamt die Marke von 1 Mrd. im vergangenen Jahr überschritten hat, will Dalman nicht bestreiten. Es habe sich bezahlt gemacht, dass die Commerzbank das erste voll integrierte Wertpapierhaus in Europa gewesen sei, das im Risiko-Management alle Bereiche berücksichtige.

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