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08.01.2003

07:20 Uhr

Ratgeber zum Thema Überstunden

Mein Freund, der Nachtwächter

VonKathrin Fedder-Wendt
Quelle:http://www.karriere.de

50 Stunden, 60 Stunden pro Woche - viele Arbeitnehmer klotzen mächtig ran, obwohl nur 40, 38,5 oder gar 35 Stunden in ihrem Arbeitsvertrag stehen. Manche tun es ganz gerne, weil es ihr Gehalt aufbessert, einige notgedrungen und nicht wenige mit der Gewissheit, keinen müden Euro dafür zu sehen oder den wachsenden Zeitberg nie mehr abtragen zu können.

Quelle: Handelsblatt

DÜSSELDORF. Wer daran etwas ändern will, muss den eigenen Schweinehund überwinden - wer fällt schon gerne negativ beim Chef auf - und sich durch einen Wust von Vorschriften wühlen. Was muss ich eigentlich leisten? Wann ist eine Überstunde eine Überstunde? Was ist eigentlich Arbeitszeit? Nur bei wirklicher Mehrarbeit besteht die Chance, zusätzlich Geld oder Freizeit zu kassieren.

Laut Arbeitszeitgesetz ist Arbeitszeit ganz profan die Zeit vom Beginn bis zum Ende der Arbeit ohne die Ruhepausen. Sie darf grundsätzlich acht Stunden je Werktag nicht überschreiten. Auch der Samstag zählt dazu. Pro Woche sind also maximal 48 Stunden legitim. Die Ausnahme: Muss ein Unternehmen regelmäßig einen besonders hohen Arbeitsanfall bewältigen, kann es die Arbeitszeit auf zehn oder gar mehr Stunden täglich verlängern. Voraussetzung: Ein Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung lässt dies zu, und der Arbeitgeber hat sich mit dem Arbeitnehmer darüber schriftlich geeinigt.

Das Arbeitszeitgesetz gilt für alle Arbeitnehmer, außer für leitende Angestellte im Sinne des Betriebsverfassungsgesetzes und andere Führungskräfte. Das heißt aber nicht, dass diese Personen bis zum Umfallen arbeiten müssen. Die arbeitgeberische Fürsorge gebietet es, dass auch dort angemessene Erholungszeiten freigeschaufelt werden. Die Ruhezeiten zwischen zwei Einsätzen müssen grundsätzlich elf Stunden betragen; für bestimmte Branchen wie Krankenhäuser und Hotels gibt es Ausnahmen.

Sofern der Betriebsrat einverstanden ist, darf der Chef bestimmen, wie die Arbeitszeit verteilt wird, beispielsweise Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr mit einer Stunde Mittagspause. Der Chef entscheidet auch, in welchem Rahmen gearbeitet wird. Er legt Gleit- und Kernarbeitszeiten fest, kann Schicht- oder Bereitschaftsdienste einführen, aufgeben oder ändern. Dabei muss er allerdings berechtigte Belange der Mitarbeiter berücksichtigen und zum Beispiel beim Festlegen von Arbeitsbeginn und-ende Rücksicht auf Alleinerziehende mit kleinen Kindern nehmen. Die Dauer der regelmäßigen Arbeitszeit darf das Unternehmen nicht eigenmächtig ändern oder sich im Vertrag das Recht dazu vorbehalten. Bei einer Verkürzung oder Verlängerung muss der Arbeitnehmer grundsätzlich zustimmen; Tarifvertrag und Betriebsvereinbarung müssen berücksichtigt werden.

Ist die zu leistende Arbeitszeit geklärt, folgt daraus, was Überstunden sind: Alle Stunden, die darüber hinausgehen.



Ausführliche Informationen über die Rechte und Pflichten des Arbeitnehmers zum Thema Überstunden finden Sie unter www.jungekarriere.com/ueberstunden.

Folgende Fragen werden beantwortet:


Wann kann der Arbeitnehmer zu Überstunden verpflichtet werden?
Wie werden die Überstunden bezahlt?
Was ist sinnvoller - Geld oder Freizeitausgleich?



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