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03.01.2001

19:42 Uhr

Reaktion auf anhaltende Konjunkturabkühlung

US-Notenbank senkt überraschend Leitzinsen

Die US-Notenbank (Fed) hat am Mittwoch schnell auf Rezessions-Ängste reagiert und überraschend erstmals seit zwei Jahren die Leitzinsen gesenkt. Sie setzte den Zins für Tagesgeld um 0,5 % Punkte auf 6,0 % herab, den Diskontsatz um 0,25 auf 5,75 %.

dpa WASHINGTON. Darüber hinaus kündigte die Bank ein baldiges weiteres Absenken des Diskontsatzes auf 5,5 % an. Dies könnte auf dem nächsten planmäßigen Treffen des für die Zinspolitik zuständigen Offenmarktausschusses am 30. und 31. Januar geschehen. Die New Yorker Börse machte in einer ersten Reaktion einen gewaltigen Sprung nach oben. Der Dow-Jones-Index führender Industriewerte stieg um mehr als 300, der NASDAQ führender Technologiewerte um mehr als 260 Punkte.

Die Zentralbank begründete die Maßnahmen mit "weiter schwächer werdenden" Umsätzen und Produktion der Wirtschaft, einer pessimistischen Stimmung der Verbraucher, hohen Energiepreisen und Engpässen auf einigen Finanzmärkten. Die Inflation scheine demgegenüber unter Kontrolle zu sein. Es gebe zurzeit zwar nur wenige Anzeichen dafür, dass die langfristigen technologischen Fortschritte und damit verbundenen Produktivitätsgewinne nachließen, betonte die Fed in einer in Washington herausgegebenen Erklärung. Die größeren Risiken lägen in der voraussehbaren Zukunft aber in einer wirtschaftlichen Abschwächung.

Noch am 19. Dezember 2000 hatten die US-Währungshüter die Leitzinsen unverändert gelassen, allerdings einen möglichen Wechsel in ihrer Geldpolitik angedeutet. Gleich sechs Mal hatten US- Notenbankchef Alan Greenspan und seine Mannschaft seit Mitte 1999 an der Zinsschraube gedreht, zuletzt im Mai des vergangenen Jahres. Greenspan wollte damit eine "Überhitzung" verhindern und die boomende US-Wirtschaft zu einer "sanften Landung" bringen. Als das Wirtschaftswachstum sich von 5,6 % im zweiten Quartal 2000 auf nur 2,2 % im dritten verringerte, wuchs jedoch die Furcht vor einer Rezession. Im vierten Quartal wird allgemein mit 2,7 % Wachstum gerechnet.

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