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02.01.2001

15:39 Uhr

Reaktion auf den Antrag auf Zahlungsaufschub

Letsbuyit-Aktien nach Handelspause eingebrochen

Die Aktien des Internethändlers Letsbuyit.com haben am Dienstag nach Wiederaufnahme des Handels Kursverluste um zwischenzeitlich 64,80 % auf bis zu 0,44 Euro verbucht.

Reuters FRANKFURT. Die Aktien des Internethändlers Letsbuyit.com haben am Dienstagmorgen nach Wiederaufnahme des Handels Kursverluste um zwischenzeitlich 64,80 % auf bis zu 0,44 Euro verbucht. Der Einbruch sei eine Reaktion auf die Mitteilung des Unternehmens vom Ende der Vorwoche, man wolle vor Gericht einen Antrag auf Zahlungsaufschub stellen, sagten Analysten. Daraufhin war die Aktie vom Handel ausgesetzt worden. Die niederländische Gesellschaft habe sich entschlossen, solange Zahlungen einzustellen, bis sie über ihr weiteres Vorgehen entschieden habe, hatte ein Berater des Internet-Unternehmens gesagt. Die Marketing-Kosten in den Wochen vor Weihnachten hätten zu einen Abfluss von Barmittel-Reserven geführt, hatte es weiter geheißen.





 Letsbuyit intraday



Ein Analyst sagte, Letsbuyit.com verfüge über eine ausreichende Barreserve und sei weit von einer Zahlungsunfähigkeit entfernt, so dass ein Zahlungsaufschub nicht zwingend nötig sei. Letsbuyit stehen nach eigenen Angaben derzeit 18 Mill. Euro an liquiden Mitteln zur Verfügung. "Das Unternehmen beabsichtigt durch diesen Schritt, schneller einen Investor zu finden", erklärte Sal. Oppenheim Analyst Mark Josefson die Beantragung des Zahlungsaufschubes von Letsbuyit.com. Das Unternehmen stehe unter einem gewissen Druck, zur Deckung des Verlustes einen geeigneten Partner zu finden. Unter der Voraussetzung, dass Letsbuyit.com finanzielle Unterstützung erhalte, um Schulden zu decken, hofft die Gesellschaft nach eigenen Angaben weiterhin, im vierten Quartal 2002 schwarze Zahlen zu schreiben.

Börsengang wurde im Mai verschoben

Das Unternehmen hofft nach früheren Angaben von möglichen Investoren bis zu 80 Mill. Euro zu erhalten. "Wir befinden uns in Gesprächen mit potenziellen Investoren, aber ein schneller Abschluss einer Vereinbarung ist nicht zu erwarten", hatte Unternehmenssprecher Stephen Cox gesagt. Es sei der letzte Versuch, neue Mittel zu finden, hieß es.

Im Mai 2000 hatte der Internet-Händler den von einer umfangreichen Werbe-Offensive begleiteten Gang an den Neuen Markt zunächst mit der Begründung verschoben, das Marktumfeld stehe einer fairen Bewertung seiner Aktien im Wege. Beim zweiten Anlauf im Juli reduzierte Letsbuyit.com einen Tag nach Ende der ursprünglichen Zeichnungsfrist - erneut unter Berufung auf das schwierige Marktumfeld - die Preisfindungsspanne auf drei bis vier Euro von zuvor sechs bis sieben Euro und verlängerte die Zeichnungsfrist. Zuvor hatte sich das Bankhaus Sal.Oppenheim aus dem Emissionskonsortium zurückgezogen, ohne dies zu begründen.

Die Aktien wurden schließlich am 21. Juli zu 3,50 Euro an den Neuen Markt gebracht. Das Jahreshoch erreichten die Aktien am Tag der Erstnotierung mit 6,45 Euro. Am Dienstagnachmittag notierten die Papiere gut 50 % im Minus bei 0,62 Euro.

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