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07.08.2000

18:36 Uhr

[NOHYPHEN]BDA-Chef Hundt fordert Betriebe zum Einschreiten auf Wirtschaft registriert noch keine Image-Schäden RALF NEUKIRCH

HANDELSBLATT, 8.8.2000

BERLIN. [BROTSCHRIFT]In der Wirtschaft wächst die Sorge, dass die Gewalt gegen Ausländer sich negativ auf den Wirtschaftsstandort Deutschland auswirkt. Allerdings hat man bei den großen Verbänden und den ausländischen Handelskammern bislang noch keine Probleme mit Geschäftspartner registriert. Die Verbände berichten übereinstimmend, dass es in den Betrieben keine größeren Schwierigkeiten wegen Ausländerfeindlichkeit gebe. Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), [NAMEN]Dieter Hundt[BROTSCHRIFT], erklärte gegenüber dem Handelsblatt: "Wenn wir dem Rechtsradikalismus nicht mit aller Härte begegnen, dann schaden wir massiv unserem Land, schrecken Investoren von Deutschland ab und isolieren uns." Deutschland sei in der unerträglichen Situation, dass es einerseits ausländische Arbeitskräfte dringend benötige und diese mit der Green Card ins Land holen wolle. Auf der anderen Seite werde durch brutaler Übergriffe von Radikalen auf Ausländer das Ansehen des Landes in der Welt beschädigt. Hundt forderte alle Betriebe auf, "mit Mut, Entschiedenheit und Zivilcourage energisch gegen Gewalt und rechtsradikales Gedankengut einzuschreiten." Der Präsident des Bundesverbands des Deutschen Groß- und Außenhandels, (BGA), [NAMEN]Michael Fuchs[BROTSCHRIFT], berichtete, er werde auf Auslandsreisen immer wieder auf die Vorfälle in Deutschland angesprochen. Noch herrsche aber das Bild von Deutschland als einem ausländerfreundlichen, weltoffenen Land vor. Durch die rechtsradikalen Übergriffe drohe sich dies jedoch zu verändern. Das laufe auch den Interessen der Wirtschafts zuwider. Gegen die rassistischen Umtriebe müssten alle rechtsstaatlichen Mittel eingesetzt werden. Fuchs begrüßte den Vorschlag, das Thema im Bündnis für Arbeit auf die Tagesordnung zu setzen. Der Widerstand der Gewerkschaften dagegen sei nicht verständlich. Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die rechtsradikalen Vorfälle bereits wirtschaftliche Schäden hinterlassen hätten, gebe es nicht, sagte Fuchs. Es sei aber schwer zu verifizieren, warum etwa eine Standortentscheidung gerändert werde. Der Arbeitsmarktexperte des DIHT, [NAMEN]Achim Dercks[BROTSCHRIFT], erklärte, mittelfristig könne das Image Deutschlands durch den Rechtsradikalismus schaden nehmen. Ausländische Unternehmen, die bereits in Deutschland aktiv seien, hätten zwar eine sehr differenzierte Sicht. Neue Investoren würden durch solche Berichte aber "nicht gerade angelockt". Bislang seien die Fälle, in denen ausländische Arbeitnehmer sich geweigert hätten, in den Osten zu gehen, Ausnahmen geblieben, sagte Dercks. Allerdings seien ausländische Arbeitnehmer in den neuen Ländern ohnehin ein "Randphänomen". Nach IHK-Angaben arbeiten von 3,5 Mill. ausländischen Erwerbspersonen in der Bundesrepublik nur 100

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