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25.01.2003

11:54 Uhr

Rechtfertigung auf Weltsozialforum

Lula fordert gerechtere Weltwirtschaftsordnung

Brasiliens neuer sozialistischer Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat beim Weltsozialforum in Porto Alegre seine Reise zum Weltwirtschaftsgipfel in Davos verteidigt. "Ich werde dort deutlich machen, dass es mit der herrschenden Weltwirtschaftsordnung nicht wie bisher weitergehen kann", sagte Lula am Freitag vor etwas 40 000 Sympathisanten in der südbrasilianischen Großstadt. Die Vertreter der reichen Länder werde er mit der Forderung nach einer neuen, gerechteren Weltwirtschaftsordnung konfrontieren.

HB/dpa PORTO ALLEGRE. Kritiker hatten ihm vorgeworfen, das Treffen in Davos sei das Symbol für das hässliche Gesicht des Neoliberalismus. Mit den Vertretern der Konzerne und der Finanzwelt hätte der Präsident auch von Porto Alegre aus sprechen können, sagte Emir Sarder vom Organisationskomitee des Weltsozialforums.

Das dritte Weltsozialforum, dass sich als Gegenveranstaltung zu Davos versteht, war am Vortag mit einer Großdemonstration gegen den drohenden Irak-Krieg eröffnet worden. Mehr als 100 000 Menschen forderten eine friedliche Lösung des Konfliktes. Bis zum Dienstag wollen die Vertreter linker sozialer Bewegungen, Bürgerinitiativen und Gewerkschaften aus mehr als 150 Ländern über Ideen und Strategien gegen die Auswüchse der neoliberalen Globalisierung und für eine gerechtere Weltordnung diskutieren.

Am Samstag standen Sitzungen unter anderem zu Fragen des Arbeitsrechtes, den Rechten von Flüchtlingen und der Demokratisierung von Massenmedien auf dem Programm. Daneben finden täglich Hunderte kleiner Arbeitsgruppen zu Themen wie den Rechten von Aidskranken oder der Wasserknappheit in armen Ländern statt.

Das Treffen lockte dieses Jahr mehr als 100 000 Menschen an, etwa doppelt so viele wie noch im Vorjahr. Dadurch kam es schon am ersten Tag nicht nur zu organisatorischen Problemen wie etwa bei der Übersetzung der Redebeiträge von Gästen aus aller Welt. Die Großveranstaltung wurde auch zunehmend unübersichtlich.

Für nächstes Jahr ist ein Treffen in Indien geplant. Es könnte im Umfang jedoch reduziert werden. Schon 2005 soll Porto Alegre jedoch wieder Treffpunkt der Globalisierungskritiker sein.

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