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26.01.2003

14:09 Uhr

Rede beim Weltwirtschaftsforum

Powell sichert zu: Wir greifen Nordkorea nicht an

Der US-Außenminister ist im Streit um Nordkoreas Atomprogramm auf das kommunistische Land zugegangen. Unnachgiebig zeigte er sich aber gegen den Irak.

HB/rtr DAVOS. Im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm haben die USA sich bereit erklärt, Nordkorea unmissverständlich zuzusichern, dass sie das kommunistische Land nicht angreifen wollen. "Wir sind bereit, dies auf eine Art zu vermitteln, die es für Nordkorea eindeutig macht", sagte US-Außenminister Colin Powell am Sonntag vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos. In den vergangenen Wochen hat Nordkorea mehrfach einen Nichtangriffspakt mit den USA gefordert. Einen solchen Vertrag lehnen die USA jedoch ab. Powell bekräftigte zudem die Bereitschaft der USA, mit Nordkorea Gespräche darüber zu führen, "wie es (Nordkorea) seine Verpflichtungen erfüllt, sein Atomwaffenprogramm vollständig zu stoppen". Nordkorea hat umfassende Verhandlungen mit den USA gefordert. Das lehnt die Regierung in Washington aber mit der Begründung ab, schlechtes Verhalten dürfe nicht belohnt werden. Die USA haben sich wiederholt zu "technischen Gesprächen", nicht aber zu Verhandlungen bereit erklärt.

Im Oktober hat Nordkorea nach US-Angaben eingestanden, entgegen internationaler Abkommen ein geheimes Atomwaffenprogramm zu betreiben. Die USA stellten daraufhin vertraglich zugesagte Öllieferungen an Nordkorea ein. Nordkorea reagierte darauf mit dem Ausstieg aus dem Atomwaffensperrvertrag. Die USA dringen darauf, dass der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNO) sich mit dem Thema befasst.

Gleichzeitig bekräftigte Powell die Bereitschaft der USA, notfalls auch ohne Uno-Mandat einen Angriff gegen den Irak zu führen. "Wir werden nicht vor einem Krieg zurückschrecken, wenn dies die einzige Möglichkeit ist, den Irak frei von Massenvernichtungswaffen zu machen", sagte Powell in Davos. "Die Geschichte wird diejenigen verurteilen, die die Gefahr kommen sahen, aber nichts dagegen unternommen haben", fügte Powell hinzu.

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