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07.06.2000

20:24 Uhr

Reuters BRÜSSEL. Die Europäische Kommission setzt sich nach US-Vorbild für europaweite Regeln gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ein. Die für Arbeit und Soziales zuständige Kommissarin Anna Diamantopoulou sagte am Mittwoch in Brüssel, im Durchschnitt seien 35 % der berufstätigen Frauen in der EU bereits am Arbeitsplatz sexuell belästigt worden. Sie hätten aber wegen unterschiedlicher juristischer Systeme in den EU-Ländern wenig Chancen, dagegen vorzugehen. In Portugal, Italien und Spanien hätten sogar 60 % der Arbeitnehmerinnen bei Umfragen angegeben, belästigt worden zu sein.

Sie selbst sei Opfer von sexuellen Beslästigungen geworden, als sie in der Vergangenheit als Anwältin in Griechenland gearbeitet habe, sagte die Kommissarin weiter. In Griechenland habe es damals keine Möglichkeit gegeben, rechtliche Schritte einzuleiten. Sie habe sich deshalb nur einen neuen Arbeitgeber suchen können, erinnerte sich die Kommissarin.

Nur in wenigen Ländern sei es gelungen, den Begriff "sexuelle Belästigung" in der Rechtsordnung zu verankern, sagte Diamantopoulou weiter. Dies hänge auch damit zusammen, dass der Begriff schwer zu definieren sei. Die Kommission wolle aber ein Zeichen setzen, dass sexuelle Belästigung geächtet werden müsse. Sie schlage deshalb in einem von den US-Gesetzen gegen sexuelle Belästigung aus dem Jahr 1986 inspirierten Richtlinienentwurf vor, dass dass Arbeitgeber, die für nicht belästigungsfrei Arbeitsplätze sorgten, dafür zur Rechenschaft gezogen würden. Es liege im Interesse der Firmen, für ein belästigungsfreies Klima zu sorgen. Sie sei deshalb auch davon überzeugt, dass die Mitgliedsstaaten der Initiative zustimmen würden.

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