Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.01.2003

15:27 Uhr

Reger Handel mit ABB-Bonds

Unternehmen wollen Anleihenmarkt anzapfen

Ein vielfältiges Angebot kommt in Kürze auf die Anleger am Markt für Unternehmensanleihen zu.

vwd LONDON. Ein vielfältiges Angebot kommt in Kürze auf die Anleger am Markt für Unternehmensanleihen zu. Am Freitag beauftragte das britische Unternehmen GUS ein Bankkonsortium mit der Auflage eines Bondpaketes, das sowohl den Euro- als auch den Sterlingmarkt anzapfen soll. Die britische Gesellschaft, dessen Bonität von Moody's mit "Baa1" und von Standard & Poor's (S&P) mit "BBB+" bewertet wird, will das Geld dazu nutzen, einen Teil der Bankkredite zurückzuzahlen, die es für die Übernahme des Einzelhändlers Homebase im Dezember aufgenommen hatte.

Neuemissionen gab es am Freitag nicht. Dafür werden in der kommenden Woche eine Reihe von Unternehmen den Anlegern neue Bonds anbieten. Metro wird erstmals Euro- und Sterling-Benchmarks begeben. Die Roadshow startet am Dienstag. Ihren ersten Eurobond wird auch die französische Wendel Investissement an den Markt bringen. Wendel hat ein Rating von "BBB+" bei S&P mit stabilem Ausblick. Ebenfalls von Frankreich aus wird Gecina am kommenden Freitag eine Reihe von Investoren-Meetings starten, um einen Eurobond mit voraussichtlich sieben Jahren Laufzeit anzupreisen und auch Gaz de France arbeite an einer Debüt-Anleihe, heißt es.

Am Sekundärmarkt herrschte nach Angaben von Händlern ein reger Handel. Der Markt habe einen guten Start in das Jahr gehabt und Rating-Senkungen sowie negative Unternehmensnachrichten nahezu ignoriert. Die Kurse von ABB-Anleihen stiegen, nachdem das schweizerische Unternehmen berichtet hatte, dass es im Asbest-Prozess in den USA eine vorläufige Einigung mit den Klägern erzielt habe. Im frühen Handel notierte die Anleihe mit Laufzeit bis Dezember 2003 bei 92 Prozent ihres Nennwertes, nach 89 Prozent am Donnerstag. Auch die länger laufenden Titel von ABB verbuchten Kursgewinne.

Der 2008 auslaufenden ABB-Anleihe, die am Freitag auf 81 von 76 Prozent kletterte, trauen Analysten jetzt bis Ende des Jahres sogar eine Rückkehr auf den Nennwert zu. Standard & Poor's hatte die Bonität von ABB am Montag auf "BB+" herabgestuft, also auf Junkbond-Niveau. Die neue Lage im Asbest-Prozess ändere an der Einstufung nichts, hieß es am Freitag. Neben ABB wurden vor allem Anleihen aus dem Telekom-Sektor stark gehandelt. Die Spreads von Bonds des britischen Mobilfunkunternehmens mm02 kletterten um 50 Basispunkte, weil Anleger befürchteten, dass die britische Kartellbehörde Preissenkungen anordnen werde, berichteten Händler.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×