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10.01.2002

19:00 Uhr

Regierung beginnt Verhandlungen über Mehrheitsverkauf

Neun Konzerne buhlen um Tschechiens Telekom

Unter den neun Interessenten für die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung an der Cesky Telecom AS, Prag, befindet sich auch die Deutsche Telekom AG, Bonn. Dies wurde in Prag bekannt, nachdem am Mittwoch die Frist zur Abgabe vorläufiger Angebote endete. Cesky Telecom ist mit vier Millionen Kunden der führende Festnetzbetreiber im Land und hält 51 % an Eurotel, dem größten tschechischen Mobilfunkbetreiber.

dri BERLIN. Während die Telekom eine Stellungnahme ablehnte, hieß es in Unternehmenskreisen, dass der Bonner Konzern sich an dem Verfahren in Tschechien beteilige, mit dem der tschechische Staat seine Mehrheit, derzeit 78,1 %, abgeben will.

Entscheidend dafür, ob die Telekom tatsächlich bei der tschechischen Gesellschaft einsteige, sei der Preis, hieß es weiter in den Kreisen. Telekom-Chef Ron Sommer hat mehrfach betont, dass sein Unternehmen nicht auf Einkaufstour sei. Gleichzeitig sagte er jedoch, dass sich die Telekom in Osteuropa gute Gelegenheiten zur Abrundung ihrer Strategie nicht entgehen lassen werde. In Tschechien gehören der Telekom der Internetanbieter Pragonet und der zweitgrößte Mobilfunkanbieter Radiomobil.

Nach einem Erwerb von Cesky Telecom müsste sich die Deutsche Telekom auf jeden Fall von der Cesky-Telecom-Mobilfunktochter Eurotel trennen. Interesse am Erwerb von Eurotel hat der Mobilfunker Orange in Tschechien angemeldet, wie dessen Muttergesellschaft France Telecom SA, Paris, bestätigte.

Nach Informationen des Wall Street Journal befinden sich unter den Interessenten auch zwei Gruppen von Finanzinvestoren: Warburg Pincus mit Apax Partners und Doughty Hanson, sowie CVC Capital Partners mit Spectrum Equity Partners.

Apax Partners gilt neben Kohlberg Roberts und Providence Equity Partners auch als Interessent für die Telekom Austria, die ebenfalls zum Verkauf steht. Die Deutsche Telekom, die in Österreich den Mobilfunker Maxmobil betreibt, hat nach Informationen aus Unternehmenskreisen kein Interesse an einer Übernahme des Festnetzgeschäfts in Österreich. Dementiert wurde von den Österreichern, dass Vodafone für die Mobilfunktochter von Telekom Austria geboten habe.

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