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02.04.2003

13:58 Uhr

Regierung erwartet massives Engagement

Stolpe sieht bei Galileo große Chancen

Bei der Entwicklung des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo sieht Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) große Chancen für die deutsche Wirtschaft.

HB/dpa BERLIN. Deutschland wird nach der Einigung mit Italien Ende März die industrielle Führung für Galileo übernehmen.

Stolpe sprach bei der Regierungsbefragung im Bundestag von einem "zähen Ringen", das schließlich zu dem Kompromiss mit Italien geführt habe. Deutschland erhalte nun die Gesamtverantwortung für das System und stelle auch den Hauptsitz des Industriekonsortiums Galileo Industries. Über den Ort sei noch nicht endgültig entschieden. In Italien werde es einen weiteren Sitz geben. Die deutsche Industrie habe außerdem das Vorschlagsrecht für den Chef des Konsortiums. Die Bundesregierung werde in diesem Jahr 40 Millionen Euro für Galileo bereitstellen.

Nach der Einigung der vier großen europäischen Raumfahrtnationen Frankreich, Italien, Großbritannien und Deutschland auf eine Arbeitsteilung könnten nun auch die bisher blockierten Mittel der Europäischen Weltraumbehörde ESA freigegeben werden, sagte Stolpe. Die ersten Satelliten sollen 2004 starten. Autos, Flugzeuge und Schiffe sollen damit zielgenau geortet werden können. In fünf Jahren soll das Netz aus insgesamt 30 Satelliten voll funktionsfähig sein. Die Hälfte der Anschubfinanzierung von 1,1 Milliarden Euro für die Jahre 2002 bis 2005 will die EU tragen, die andere Hälfte die Europäischen Weltraumorganisation ESA.

"Mit Galileo schaffen die Europäer ein ziviles Gegengewicht zum militärisch geprägten US-Navigationssystem GPS", betonte Stolpe. Deshalb sei das Projekt ebenso von außen- und europapolitischer wie von industriepolitischer Bedeutung. Bereits die Beteiligung am Aufbau von Galileo ermögliche den Einstieg in einen neuen weltweit rasch wachsenden Hochtechnologie-Markt mit noch gar nicht abschätzbaren Potenzialen.

Die Bundesregierung gehe davon aus, dass die Entwicklung des Systems jetzt zügig beginnen könne und erwarte nun umgekehrt ein "massives Engagement" der deutschen Wirtschaft. Errichtung, Betrieb und Vermarktung sollen in einer öffentlich-privaten Partnerschaft organisiert werden.

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