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26.06.2000

10:51 Uhr

ap HARARE. Die Parlamentswahl in Simbabwe ist nach Einschätzung von Wahlbeobachtern der Europäischen Union nicht frei und fair verlaufen. Der Leiter der EU-Mission, Pierre Schori, sagte am Montag in der Hauptstadt Harare, angesichts der politischen Gewalt und der Drohungen im Wahlkampf sei die Bezeichnung frei und fair für die zweitägige Abstimmung am Wochenende nicht zutreffend. Die Führer der Regierungspartei hätten die Gewalt und die Einschüchterung gegen die politische Opposition anscheinend unterstützt und zu einem Klima der Angst während der Kampagne beigetragen, bei der seit Februar mehr als 30 Menschen getötet wurden. Unterdessen begann am Montagmorgen die Auszählung der Stimmen.

Wahlbeobachter und Parteivertreter prüften zunächst die Unversehrtheit der Siegel, bevor die Urnen um 8.00 MESZ geöffnet wurden. In der Nacht hatten Polizei und Wahlbeobachter die Wahlurnen bewacht. Trotz der Einschüchterungen wurde damit gerechnet, dass mindestens 60 % der 5,1 Mill. Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben haben. Das wäre die höchste Wahlbeteiligung seit der Unabhängigkeit vor 20 Jahren.

Schori will einen umfassenden Bericht über die Wahl, deren effiziente und professionelle Organisation er ausdrücklich würdigte, erst in der kommenden Woche vorlegen. Sowohl die Regierungspartei ZANU-PF von Präsident Robert Mugabe als auch die oppositionelle Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) gaben sich siegessicher. Die hohe Wahlbeteiligung, die am Wochenende zu erkennen gewesen sei, könne nur Veränderung bedeuten, erklärte MDC-Führer Morgan Tsvangirai.

Um eine absolute Mehrheit im 150 Sitze zählenden Parlament zu erringen, müsste die MDC mindestens 76 der 120 am Wochenende vergebenen Mandate erringen. Da Mugabe die restlichen 30 Abgeordneten selbst ernennen kann, würden der ZANU-PF bei der Abstimmung schon 46 Sitze zur absoluten Mehrheit reichen. Bislang gehören 147 der 150 Parlamentarier der ZANU-PF an, die seit 20 Jahren an der Macht ist.



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