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04.04.2003

13:53 Uhr

Regimewechsel im Irak erwartet

Schröder wünscht sich schnellen Sieg der Alliierten

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) rechnet nach eigenen Worten fest mit einem Sieg der USA und ihrer Verbündeten und mit einem Regimewechsel im Irak. Schröder sagte am Freitag in der Aufzeichnung der ZDF-Sendung "halb zwölf - Eser und Gäste": "Natürlich wird er zu Ende gehen mit einem Sieg der Allierten, anderes geben die Kräfteverhältnisse nicht her. Anderes kann in der jetzigen Situation auch nicht gewünscht sein."

Reuters BERLIN. Alle Hoffnungen müssten dahin gehe, dass der betroffenen Menschen wegen der Krieg so schnell wie möglich beendet werde. Der Wiederaufbau und der Aufbau der Nachkriegsordnung im Irak müsse nach Ende des Krieges unter dem Dach der Vereinten Nationen (Uno) vor sich gehen, die dafür über die zureichende Legitimation verfügten.

Schröder äußerte darüber hinaus die Überzeugung, dass das durch den Streit um den Irak-Krieg belastete Verhältnis zwischen Deutschland und den USA sich wieder entspannen werde. Auf Arbeitsebene habe es ohnehin kontinuierliche Kontakte gegeben. Er bekundete auch die Bereitschaft, auf US-Präsident George W. Bush zuzugehen. "Ich habe überhaupt kein Problem damit. Solche Gesten hat es immer gegeben, solche Gesten wird es auch immer wieder geben", sagte er in dem Interview, das am Sonntag ausgestrahlt wird. Deutschland und die USA seien Partner, und daher werde es auch wieder zu Gesprächen kommen.

Es werde schon im Rahmen des Gipfels der acht wichtigsten Industriestaaten (G8) im französischen Evian Anfang Juni zu Gesprächen mit Bush kommen. "Natürlich muss dann geredet werden", sagte Schröder. Deutschland sei auch bereit, sich an Hilfen für den Irak unter dem Dach der Uno zu beteiligen. Für Detaildiskussionen zum Thema Wiederaufbau sei es noch zu früh. Ob Deutschland sich mit Soldaten an einer Friedenstruppe für den Irak zu beteiligen, ließ der Kanzler offen. "Ich muss aber darauf hinweisen, dass die Ressourcen Deutschlands begrenzt sind", sagte er mit Blick auf Kriseneinsätze deutscher Soldaten andernorts in der Welt.

Schröder forderte erneut, dass es auch als eine Reaktion auf die Streitigkeiten um die Irak-Frage einer stärkeren politischen Einigung innerhalb Europas bedürfe. "Klar muss sein, dass diese Emanzipation Europas eine ist, die im Rahmen der Nato, also im Rahmen der Bündnisse, und als Partner der Vereinigten Staaten stattfindet", erklärte der Kanzler.

Zielrichtung der deutschen Politik sei es von Anfang an gewesen, "dass es gilt eine Balance zu halten zwischen der Tatsache, dass wir gegen den Krieg sind, und der Tatsache, dass wir Bündnispartner sind und bleiben und auch an die Zeit danach denken müssen", erklärte Schröder. Dies sei gelungen.

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