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14.01.2003

13:00 Uhr

Regionale und kommunale Betreiber erzielten höhere Einnahmen

Verband: Bahn wird im Nahverkehr Martkanteile verlieren

Die Deutsche Bahn wird nach Ansicht des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) im Schienennahverkehr weitere Marktanteile einbüßen und an Wettbewerber abgeben.

HB/dpa BERLIN. "Der Anteil des Fast-Monopolisten Bahn AG wird bis zum Ende des Jahrzehnts von derzeit rund 92 Prozent auf weniger als 80 Prozent sinken", sagte VDV-Vizepräsident Günter Elste am Dienstag in Berlin. Damit Wettbewerber im Nahverkehr aber stärker zum Zuge kommen könnten, seien Zusammenschlüsse kleinerer Anbieter nötig und zu erwarten.

Angebot im Nahverkehr ist gewachsen

Nach Angaben des VDV haben im vergangenen Jahr neben der bundeseigenen Deutsche-Bahn-Gruppe bereits 60 Unternehmen Leistungen im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) angeboten. Vor der Bahnreform 1994 seien es lediglich 25 gewesen. Das Angebot im Nahverkehr habe durch den wachsenden Wettbewerb um 20 Prozent zugenommen.

Die Zahl der derzeit 60 Bahn-Wettbewerber werde im Zuge der Konzentration eher zurückgehen, hieß es weiter. Bei überregionalen und größeren Leistungen trete derzeit nur eine knappe Handvoll an, sagte Elste, der auch Vorstandschef der in mehreren Bundesländern tätigen Hamburger Hochbahn AG ist. "Richtig funktionierender Wettbewerb benötigt aber mehr als eine Handvoll größerer Anbieter."

In Wettbewerbsverfahren seien etwa 8,5 Prozent aller SPNV- Leistungen vergeben worden. Davon seien zuletzt knapp 46 Prozent auf die Deutsche-Bahn-Gruppe entfallen, der Rest auf deren Konkurrenten. Nach der neuen Vergabeverordnung können Nahverkehrsleistungen durch die zuständigen Länder nur noch für einen Übergangszeitraum direkt - also ohne Ausschreibungen - an Unternehmen vergeben werden. Dies ist aber an die Auflage gebunden, wesentliche Teilnetze im Laufe des Vertrages herauszulösen und im Wettbewerb zu vergeben.

Mehr als neun Milliarden Fahrgäste im öffentlichen Personennahverkehr

Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Fahrgäste im öffentlichen Personennahverkehr um 0,2 Prozent auf mehr als neun Milliarden gestiegen. Dies sei angesichts der wirtschaftlichen Probleme ein geringerer Zuwachs als in den Vorjahren. Während regionale und kommunale Anbieter ein Fahrgastplus von 0,5 Prozent auf knapp 7,5 Milliarden verbucht hätten, sei das Fahrgastaufkommen bei der Deutschen Bahn um 1,5 Prozent auf 1,54 Milliarden gesunken. Die Einnahmen seien um 2,8 Prozent auf 6,48 Milliarden Euro gestiegen, wobei die Bahn - Tochter DB Regio ein Plus von 4,5 Prozent auf 2,03 Milliarden Euro verbucht habe. Regionale und kommunale Betreiber haben laut VDV ein Einnahmeplus von 2,0 Prozent auf 4,45 Milliarden Euro erzielt.

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