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30.01.2001

17:33 Uhr

Rekordzahlen erwartet

Deutsche Bank präsentiert Zahlen und neue Struktur

Die Deutsche Bank wird am Donnerstag ihre neue Konzernstruktur vorstellen und nach Analysteneinschätzung Rekordzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorlegen. Beim Vorsteuerergebnis für das vierte Quartal rechnen von Reuters befragte Analysten im Schnitt mit einem Wert von 868 Mill. Euro. Für das Gesamtjahr erwarten sie ein Vorsteuerergebnis von 6,781 Mrd. Euro.

Reuters FRANKFURT. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte die Deutsche Bank angekündigt, ab Februar die Zahl ihrer Geschäftsfelder von fünf auf zwei zu reduzieren. Künftig wird es nur noch die Bereiche "Unternehmen und institutionelle Kunden" sowie "Asset Management (Vermögensverwaltung) und Privatkunden" geben. Die Führung der beiden Felder soll nach dem Tod von Vorstand Edson Mitchell in den Händen des designierten Vorstandssprechers Josef Ackermann und des derzeitigen Vorstandschefs, Rolf Breuer, liegen.

Das voraussichtlich sehr gute Ergebnis führen Branchenanalysten auf mehrere Gründe zurück. Zum einen habe die Bank vermutlich trotz des insgesamt schwachen Finanzmarkt-Umfeldes einen hohen Ertrag im Investment-Banking erzielt, hieß es bei der DG Bank. Bereits im ersten Halbjahr hatte die Deutsche Bank rund 62 % ihres Vorsteuergewinns im Investmentbanking erzielt. Das Ergebnis dieser Sparte schlägt sich vor allem im Handelsergebnis nieder und gilt als besonders abhängig von den Kapitalmärkten. In den ersten neun Monaten des Jahres 2000 hatte sich das Handelsergebnis der Deutschen Bank um 67,8 % auf 5,431 Mrd. Euro verbessert. Für das vierte Quartal prognostizieren die Analysten im Schnitt einen Wert von 1,437 Mrd. Euro.

Dazu komme, dass die Bank auch im Filialgeschäft aufgeholt habe, hieß es von Analysten weiter. Einen positiven Sondereffekt sieht Guido Hoymann vom Bankhaus Metzler außerdem in der Reduzierung des Anteils an der Allianz. Dieser werde sich positiv auf das Ergebnis für das Gesamtjahr 2000 auswirken.

Neue Konzernstruktur

Neben den Geschäftszahlen wird die Deutsche Bank am Donnerstag auch ihre neue Konzernstruktur im Detail vorstellen. Die Grundzüge des neuen Konzepts waren von Analysten bereits als insgesamt wenig innovativ bezeichnet worden. Mit der geplanten Reduzierung der Geschäftsfelder gehe die Deutsche Bank lediglich den derzeit üblichen Weg der Finanzbranche mit, hatte es geheißen. Allerdings hatte es seit Bekanntwerden der Neustrukturierungspläne Spekulationen um die Besetzung der Vorstandsposten gegeben. Dies hatten sich noch verstärkt, nachdem der als Architekt der Neustrukturierung geltende Investmentbanker Edson Mitchell Ende vergangenen Jahres bei einem Flugzeugabsturz tödlich verunglückte.

Ende vergangener Woche bestätigte die Deutsche Bank dann, dass Vorstandssprecher Breuer die Leitung der Gruppe "Asset-Management und Privatkunden" übernehmen werde. Diese Entscheidung gilt als Überraschung, da für diese Position lange Zeit der bislang für das Asset-Management zuständige Michael Philipp als Kandidat gehandelt wurde. Philipp galt mit seinen grundlegenden Visionen zur Neugestaltung der Struktur des Hauses neben Mitchell als einer der einflussreichsten Spitzenmanager der Bank.

Breuer wird seine Funktion aber nur bis Mai 2002 ausüben, da er dann seinen Platz als Vorstandssprecher an Josef Ackermann abgeben und vermutlich in den Aufsichtsrat der Bank wechseln wird. Philipp wird als Vorstand Aufgaben in dem von Breuer verantworteten Geschäftsbereich wahrnehmen, ebenso wie die Vorstände Hermann-Josef Lamberti und Tessen von Heydebreck.

"Corporate Center" geplant

Den Bereich "Unternehmen und Institutionelle Kunden", zu dem auch das Investment-Banking zählt, soll Ackermann verantworten. Ursprünglich war geplant, dass die Investment-Banker Ackermann und Mitchell den Bereich gemeinsam führen sollten. Aus Kreisen der Bank war jüngst zu hören, dass Mitchells Tod zwar eine persönliche Tragödie sei, aber nichts, womit das Geldhaus nicht fertig werden könnte. Auf der Seite von "Unternehmen und Institutionelle Kunden" wird neben Ackermann Carl von Boehm-Bezing als Vorstand fungieren.

Des Weiteren sieht die neue Struktur der Deutsche Bank ein sogenanntes "Corporate Center" über den beiden großen Geschäftsbereichen vor, in dem Risikomanagement und Controlling angesiedelt sind. Die beiden zuständigen Vorstände für diesen Bereich sind den Angaben zufolge Thomas Fischer und Clemens Börsig.

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