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28.07.2000

17:18 Uhr

Reuters FRANKFURT. An den US-Kreditmärkten gaben die Kurse der richtungweisenden Staatsanleihen nach Bekanntgabe eines unerwartet starken US-Wirtschaftswachstums im zweiten Quartal deutlich nach, da die Daten die Hoffnung auf stabile Leitzinsen erschütterten. Die Treasuries waren wegen der Erwartung eines langsameren Wirtschaftswachstum in den USA, das von der US-Notenbank Fed den Druck zu weiteren Zinserhöhungen nehmen könnte, in den vergangenen Wochen gestiegen. Das reale Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 5,2 % verwies nun im Gegenteil auf eine anhaltend kräftige US-Konjunktur.

Die 30-jährige US-Staatsanleihe weitete ihre Verluste nach Bekanntgabe der Daten deutlich aus und fiel um bis zu 18/32 Stellen auf 106-6/32 Punkte. Gegen 15.45 Uhr MESZ notierte der Longbond mit 106-05/32 Punkten bei einer Rendite von 5,7994 %. Die zehnjährige US-Staatsanleihe lag nach minus 11/32 Stellen bei 103-7/32 Punkten (Rendite 6,05 %) nach einem vorläufigen Tagestief bei 103-7/32 Punkten.

Die BIP-Daten waren damit drastisch stärker als erwartet ausgefallen. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums auf plus 3,8 % gerechnet. Analysten zeigten sich denn auch überrascht. Die Daten zeigten, dass die US-Wirtschaft nicht langsamer wachse, wie in den vergangenen Wochen angenommen worden war. "Das ist nicht der deutliche Rückgang, den die Fed bräuchte", sagte Charles Liebermann, Chef-Volkswirt von First Institutional Securities, mit Blick auf die Konsequenzen für die Zinspolitik. "Eine Straffung steht damit im August wieder auf der Tagesordnung", fügte er hinzu.

Andere Volkswirte meinten, die Fed werde zwar nicht wegen einer Zahl erneut die derzeit bei 6,50 % liegenden Leitzinsen erhöhen, aber die Wahrscheinlichkeit dafür steige, deshalb werde sich die Zinskurve weiter verflachen.

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