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07.01.2003

16:04 Uhr

Reservisten einberufen

Blair verteidigt harten Kurs gegenüber dem Irak

Der britische Premierminister Tony Blair hat erneut zu Härte im Umgang mit dem Irak und zur Treue gegenüber den USA aufgerufen. Wenn der Westen den irakischen Präsidenten Saddam Hussein nicht entwaffne, werde dies fatale Folgen haben, warnte Blair nach einem vorab verbreiteten Redetext am Dienstag auf einer Botschafter- Konferenz in London.

HB/dpa LONDON. Die Welt werde dann "die Konsequenzen unserer Schwäche bereuen", weil die Massenvernichtungswaffen früher oder später in die Hände von Terroristen fallen würden.

Verteidigungsminister Geoff Hoon wollte am Dienstagnachmittag die Mobilisierung von Truppen ankündigen. Nach Informationen der BBC und anderer britischer Medien ging es dabei um die Einberufung von 7 000 bis 8 000 Reservisten und um die Entsendung des Kriegsschiffs "HMS Ocean". Wie das Verteidigungsministerium bereits bestätigte, wird am Samstag der Flugzeugträger "Ark Royal", das größte Schiff der Royal Navy, in Richtung Golfregion auslaufen. Am Mittwoch fliegt Hoon in die Türkei, wo er die Regierung nach Presseberichten dazu bewegen will, die Nutzung ihrer Militärstützpunkte durch britische Truppen zuzulassen. Am Montag hatten amerikanische Zeitungen berichtet, dass die USA in Vorbereitung einer möglichen Irak-Invasion eine Streitmacht von über 100 000 Mann mobilisieren.

Blair versuchte in seiner Rede vor etwa 150 britischen Diplomaten, dem oft geäußerten Vorwurf entgegenzutreten, er sei der "Schoßhund" von US-Präsident George W. Bush. "Es liegt absolut in unserem nationalen Interesse, der engste Verbündete der USA zu bleiben", sagte er. Er würde niemals britische Truppen in einen Krieg schicken, von dessen Notwendigkeit er nicht hundertprozentig überzeugt sei. Wenn es um den Irak gehe, sei er mit Bush einfach einer Meinung.

Allerdings ließ Blair vorsichtige Kritik an der Bush-Regierung anklingen, indem er sagte, er wolle seinen Einfluss in Washington nutzen, um dort auch andere Themen vorzubringen. "Die Leute wollen (...) die Gewissheit haben, dass die USA auch andere Themen wie der Nahe Osten, die Armut in der Welt und die globale Klimaerwärmung ernst nehmen", sagte Blair.

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