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03.04.2003

15:30 Uhr

Ricke macht Anlegern Hoffnung

Telekom angeblich gut ins neue Jahr gestartet

Die Deutsche Telekom ist nach den Worten ihres Vorstandschefs Kai-Uwe Ricke gut ins laufende Jahr gestartet und wird ihre Ertragsziele für 2003 erreichen. Während die Äußerungen an der Börse mit einem überdurchschnittlichen Kursaufschlag honoriert wurden, äußerten Analysten Skepsis über weiteres Wachstum im Mobilfunk.

Reuters FRANKFURT. Die Zahlen für die ersten beiden Monate machten ihm Mut, sagte Ricke der "Financial Times". Die zuletzt schwachen Zahlen im deutschen Mobilfunkmarkt seien ein Ausrutscher gewesen. "Im Januar und Februar war das Abschneiden auf dem deutschen Markt im Jahresvergleich stabil", sagte er. "Auch die Entwicklung bei T-Com stimmt mich glücklich", fügte er mit Blick auf die im Konzern dominierende Festnetzsparte hinzu.

An der Börse legten die Telekom-Aktien um mehr als zwei Prozent auf 11,14 ? zu und verzeichneten damit einen stärkeren Kursanstieg als der Deutsche Aktienindex. Ein Händler sagte, "die Telekom-News sind positiv, allerdings bräuchte man die Zahlen vom gesamten Quartal, um wirklich beurteilen zu können, wie sich das Geschäft entwickelt hat."

Analysten maßen den Ricke-Äußerungen wenig Neuigkeitswert bei, da der Telekom-Chef ähnliche Aussagen vor Investoren bereits gemacht habe. DZ-Bank-Analyst Robert Vinall erklärte, "obwohl seine (Rickes) Äußerung eine positive Grundstimmung haben, empfinden wir die Grundlage nicht als überschwänglich positiv." Wenn die von Ricke skizzierte stabile Entwicklung im deutschen Mobilfunk bedeute, dass es bis dato im Jahr 2003 kein Wachstum gegeben habe, dann seien dies schlechte Nachrichten.

Im ersten Quartal 2002 hatte die deutsche Mobilfunktochter T-Mobile zum Vorquartal einen Rückgang beim operativen Ergebnis (Ebitda) und bei den Kundenumsätzen verzeichnet. Mit einem auf 735 Mill. ? gesunkenen Ebitda und einem auf 23 ? verringerten durchschnittlichen Umsatz je Kunde der damals rund 23 Mill. Kunden wies T-Mobile damit das schlechteste Vierteljahr des Geschäftsjahres 2002 aus. Grund waren gesunkene Kundenzahlen. Auch die Festnetzsparte T-Com, die das Gros des Umsatzes und des Gewinns im Konzern liefert, erlitt wegen Preissenkungen und Forderungsausfällen einen Geschäftseinbruch.

Vor dem Hintergrund des schwachen Vorjahresquartal sagte Ralf Hallmann, Analyst bei der Bankgesellschaft Berlin, dass die jüngsten Äußerungen von Ricke "missverständlich" interpretiert werden könnten. "Da die Telekom weiteres Wachstum vor allem bei höherwertigen Kunden in Aussicht gestellt hat, müsste sich dies in höheren Kundenumsätzen niederschlagen", sagte der Analyst. Eine nur stabile Entwicklung sei nicht als positiv zu werten.

Ungeachtet der Skepsis bewertete der Kapitalmarkt die jüngsten Aussagen zum Telekom-Konzern als ermutigend. "Der Ausblick erscheint sehr gut und dies hilft der Aktie", sagte ein Fondsmanager. Der seit November amtierende Telekom-Chef Ricke bekräftigte das Ziel, konzernweit im laufenden Jahr mindestens ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 16,7 Mrd. ? nach 16,3 Mrd. ? 2002 zu erreichen. Dies sei "sehr konservativ gerechnet", sagte er der Zeitung. "Es müsste schon Steine regnen, damit wir das nicht erreichen." Auch das vorrangige Konzern-Ziel, die Schulden bis Ende dieses Jahres auf 49,5 bis 52,3 Mrd. ? zu verringern, wurde abermals bestätigt.

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