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19.01.2001

13:18 Uhr

Rinderseuche ist wichtigstes Problem

Umfrage: SPD trotz Ministerrücktritte vor CDU/CSU

Die SPD liegt in der politischen Stimmung in Deutschland trotz der Ministerrücktritte und öffentlicher Kritik an der Regierungsspitze unverändert vorn: Die Partei von Kanzler Gerhard Schröder erreicht 44 %, CDU/CSU kommen mit leichten Verlusten auf 37 % (Dezember: 39 %), Bündnis 90/Die Grünen unverändert auf sechs Prozent, die FDP verbessert sich von fünf auf sechs Prozent und die PDS bleibt bei vier Prozent.

dpa MAINZ. In der Diskussion um die gewalttätige Vergangenheit von Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) haben sich drei Viertel der Bundesbürger gegen einen Rücktritt des Politikers ausgesprochen. Nach der repräsentativen Januar-Umfrage zum ZDF - Politbarometer sind nur 19 % der 1 276 Befragten für einen Rücktritt, 76 % sind dagegen. Auch bei den Unionsanhängern findet Fischer Unterstützung: 62 % plädierten gegen einen Rücktritt, 31 % dafür.

Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würden 41 % für die SPD stimmen, die Grünen erhielten sechs Prozent. Die CDU/CSU käme auf 38 %, die FDP auf sechs und die PDS auf fünf Prozent. Diese Projektion entspreche exakt den Werten vom November und Dezember 2000. Die Fehlertoleranz bei den großen Parteien liegt nach Angaben der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen, die vom 15. bis 18. Januar zufällig ausgewählte Wahlberechtigte befragte, bei 2,7 %punkten. Bei den kleineren Parteien seien es rund 1,4 Punkte.

Liste der wichtigsten Politiker

Bewegung gab es auf der Liste der zehn wichtigsten Politiker, die von den Befragten im Januar - wie zu jedem Quartalsbeginn - neu bestimmt wurde. Außenminister Fischer fiel auf den zweiten Platz hinter Bundeskanzler Schröder (1,8 Punkte) zurück. Fischers schlechtere Gesamtnote von 1,6 Punkten (Dezember: 2,2) sei fast ausschließlich auf die schlechtere Bewertung von den Unions- und FDP - Anhängern zurückzuführen. Den dritten Platz erobert CDU-Parteichefin Angela Merkel (0,9). Auf dem siebten Platz erstmals dabei ist FDP - Generalsekretär Guido Westerwelle, auf dem achten Platz folgt die neue grüne Landwirtschaftsministerin Renate Künast (beide 0,3). Schlusslicht ist CDU-Fraktionschef Friedrich Merz (0,0). Die beiden Schlusslichter vom Dezember, Jürgen Möllemann (FDP) und Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) sind nicht mehr vertreten.

Als wichtigstes Problem nannten 59 % der Befragten die Rinderseuche BSE. Im Dezember waren es erst 13 %. Arbeitslosigkeit, sonst fast immer vorn, nannten nur noch 37 % nach 46 % im vergangenen Monat.

Dennoch sehen die Bürger wenig Gefahr in der Rinderseuche: Für "stark gefährdet" halten sich nur 17 % (Dezember 21 %). 53 % äußerten sich mit "nicht so stark gefährdet". Gar nicht gefährdet sehen sich 28 %. Für gesündere Lebensmittel würden 92 % höhere Preise in Kauf nehmen, nur fünf Prozent wollen das nicht.

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