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28.01.2004

16:15 Uhr

Risiken und Chancen des Internet-Shoppings

Kaufentscheidung erst nach Online-Trip

VonSiegfried Grass (Handelsblatt)

Der Mensch ist bekanntermaßen sehr anpassungsfähig, wenn es darum geht, persönliche Vorteile zu erkennen und in die Tat umzusetzen. Etwa, wenn er die Chance sieht, eine Ware woanders preiswerter zu bekommen als beim Kaufmann um die Ecke.

HB DÜSSELDORF. So fällt das Ergebnis einer Studie der Nielsen-Netratings - auf den ersten Blick - nicht überraschend aus: Wer über einen Internet-Anschluss verfügt, fragt eine Suchmaschine und informiert sich über das Produkt im Web. Mehr als neun von zehn Internet-Anwendern machen das inzwischen vor größeren Anschaffungen so: Preise werden verglichen (81 Prozent der Befragten), Testberichte studiert (68 Prozent), Ratschläge in Foren gelesen. Womöglich schaut man auch noch einmal auf einer Auktionsseite nach, um zu sehen, was das bereits gebrauchte Produkt noch wert ist. In vier von fünf Fällen verlief die Suche im Internet erfolgreich. Dennoch ersetzt die virtuelle Welt nicht das handfeste "Anschauen und Fühlen".

Also geht?s am Ende doch ins nahe gelegene Geschäft. Nein, nicht um sofort zu kaufen; denn der Händler um die Ecke ist ja selten preiswerter als der Online-Shop. Aber so verschafft sich der Kaufinteressierte den entscheidenden Eindruck vor seiner Ausgabe. Und wenn er dabei sogar noch auf einen sachkundigen Verkäufer trifft, der ihm mit Rat und Tat zur Seite steht, umso besser. Aber bestellt wird dann anschließend am heimischen PC, bezahlt wird per Online-Banking, der Paketdienst liefert einige Tage später die Waren an der Haustür ab.

Der lokale Handel zieht damit aber - so der zweite Blick - nicht zwangsläufig den Kürzeren. Wenn der Nielsen-NetRatings-Umfrage zufolge derzeit immer noch viele Menschen von dem Internet-Kauf Abstand nehmen, liegt das an der Scheu, persönliche Daten beim Online-Kauf preiszugeben. Auch gaben 62 Prozent der Befragten an, dass sie im Internet nur nach dem richtigen Händler in ihrer Nähe suchen. Mit dem bereits via Internet erworbenen Wissen stellt der Kunde dem Verkäufer nicht mehr ganz so viele Fragen, nimmt seine Zeit also nicht mehr über Gebühr in Anspruch. Somit, so der Tipp von Nielsen-Netratings, komme der Webseite der Markenartikelhersteller eine immer größere Bedeutung zu. Und der Fabrikant wiederum kann an dem Klickverhalten erkennen, was den Kaufwilligen besonders interessiert, und anschließend diese Erkenntnisse in seiner Strategie und Werbung berücksichtigen. Immerhin meinte fast jeder dritte Befragte, dass er sich im Internet nur informiere und anschließend in ein ganz normales Geschäft zum Einkaufen geht.

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