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07.03.2003

17:04 Uhr

Risikovorsorge hat sich mehr als verdoppelt

HVB Real Estate schreibt tiefrote Zahlen

Die vor der Abspaltung stehende Immobiliensparte der Hypo-Vereinsbank ist im vergangenen Jahr wegen einer deutlich höheren Risikovorsorge operativ tief in die roten Zahlen gerutscht. Nach Risikovorsorge sei 2002 ein Betriebsverlust von 166,4 Mill. Euro verbucht worden, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 112,0 Millionen Euro angefallen sei, teilte die HVB Real Estate Bank am Freitag mit.

Reuters MÜNCHEN. Die Risikovorsorge habe sich mit 383,8 (2001: 157,2) Mill. Euro mehr als verdoppelt. "Diese Position beruht in erster Linie auf der konservativen Bewertung des Kreditportfolios und der beliehenen Objekte", hieß es. Angesichts der vielerorts rückläufigen Immobilienpreise im Inland habe man viele Objekte niedriger bewertet. Dank der Auflösung von Reserven verbuchte die HVB Real Estate unter dem Strich noch einen kleinen Gewinn von 1,3 Mill. Euro (83,1) Mill. Euro.

Von einer Dividendenausschüttung werde angesichts der Ertragssituation Abstand genommen, hieß es weiter. 2001 hatte die HVB Real Estate noch einen Euro je Aktie zuzüglich einer Sonderausschüttung von 60 Cent gezahlt.

Keine Details zu geplanter Ausgliederung

Die HVB Real Estate soll nach Vorstellungen des neuen Konzernchefs Dieter Rampl ausgegliedert werden. Damit will die zweitgrößte deutsche Privatbank ihre Risikoposition verbessern, von der ein wesentlicher Teil in der Immobilienfinanzierung liegt. Konzernweit hat die HVB Kredite von fast 450 Mrd. Euro vergeben. Nach wie vor ist aber nichts darüber bekannt, unter welchen Bedingungen die Immobiliensparte abgespalten werden soll. Informationen hierzu erwarten Analysten auf der Bilanzpressekonferenz am 27. März in München.

Vor Risikovorsorge verbuchte HVB Real Estate den Angaben zufolge 2002 ein Betriebsergebnis von 217,4 (269,1) Mill. Euro. Der Zinsüberschuss habe sich auf 320,9 (375,4) Mill. Euro verringert, hieß es. In den Zahlen spiegle sich auch die Zurückhaltung der Immobilientochter bei neuen Abschlüssen wider. Hier gelte das Prinzip "Ertrag vor Volumen".

Die Abspaltung der HVB Real Estate - die die HVB-Töchter Nürnberger Hypothekenbank, Südboden und Bayerische Handelsbank mit den gewerblichen Immobilien-Aktivitäten der HVB zusammenfasst - ist nur ein Teil des Umbaus bei der Konzernmutter. Das bislang breit aufgestellte Finanzinstitut soll zu einer Bank für Privat- und Firmenkunden in Mitteleuropa umgebaut werden, um der Ertragskrise Herr zu werden.

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