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14.06.2000

19:03 Uhr

Rohölpreise treiben Teuerung im Euro-Raum auf über zwei Prozent

Neue Inflationsdaten dämpfen Zinsängste in den USA

Das Inflationsgespenst in den USA scheint gebannt. In Europa signalisieren die Indikatoren weiter eine positive Konjunkturentwicklung.

pw/HB DÜSSELDORF. Die Inflationsrate in den USA ist im Mai moderat gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat kletterte die Teuerung von 3 % auf 3,1 %, gegenüber April 2000 nur um 0,1 %. Erwartet worden war ein Plus von 0,2 %. Nach Einschätzung von Analysten wird damit eine baldige Zinserhöhung durch die US-Notenbank noch unwahrscheinlicher.

Auf einen verringerten Inflationsdruck in den USA deutet auch die zurückhaltende Lohnentwicklung im Mai hin. Die Wochenlöhne stiegen nur noch um 3,2 % gegenüber dem Vorjahr. In den ersten vier Monaten des Jahres hatten sie um durchschnittlich 3,7 % zugelegt.

Eine Entwarnung an der Preisfront ist damit mittelfristig jedoch nicht verbunden. Im Mai trugen vor allem sinkende Energiepreise zur mäßigen Teuerung bei. Bei anziehenden Rohölpreisen ist eine höhere Inflation im Juni zu erwarten.

Auch die Euro-Zone weicht dieser Entwicklung nicht aus. Das französische statistische Amt Insee erwartet als Folge der anziehenden Rohölpreise, dass die Euro-Inflationsrate ab Mai für einige Monate über 2 % betragen wird, nach 1,9 % im April. Zwar fiel die harmonisierte Jahresteuerungsrate in Deutschland im Mai auf 1,4 %. In Frankreich erhöhte sie sich hingegen auf 1,6 %. Auch andere Euro-Staaten hatten für Mai eine anziehende Inflation gemeldet.

Einher geht das Inflationsplus mit einem kräftigen Wirtschaftswachstum. Der Handelsblatt-Eurokonjunktur-Indikator (Tabellen und Grafik)erreichte im Juni zum vierten Mal in Folge 3,5 %. Für das zweite und dritte Quartal dieses Jahres lässt er ein Trendwachstum von 3,4 % und 3,5 % erwarten.

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