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02.02.2001

11:54 Uhr

Ron Sommer: "Nie definitiv nein gesagt"

Telekom nun doch an UMTS in Frankreich interessiert

Die Deutsche Telekom hat nun doch ihr mögliches Interesse an einer französischen UMTS-Lizenz bekundet, nachdem eine erste Vergaberunde auf geringe Resonanz bei Telekom-Firmen gestoßen war und deshalb eventuell eine neue Ausschreibung bevorsteht.

Reuters PARIS. Die Telekom prüfe die Bedingungen für die zweite Ausschreibungsrunde und schließe dabei eine Allianz mit dem kleinsten französischen Mobilfunkanbieter Bouygues Telecom nicht aus, sagte Telekom-Chef Ron Sommer der Tageszeitung "La Tribune" (Freitagausgabe). Man habe nie definitiv "Nein" zum französischen Markt gesagt, wurde Sommer weiter zitiert. Vor einer Woche hatte Sommer noch die eigene Entscheidung gegen die Teilnahme an der Lizenzvergabe in Frankreich verteidigt.

Die Telekom hatte Ende November entschieden, nicht an dem französischen Vergabeverfahren teilzunehmen, und dies damit begründet, dass das Unternehmen in Frankreich über keine Kundenbasis verfüge. Ende vergangener Woche hatte Sommer betont, der Rückzug des Bieterkonsortiums aus Suez Lyonnaise und Telefonica aus dem UMTS-Vergabeverfahren in Frankreich ändere nichts an der Kalkulation, da man nicht als so genannter Greenfield-Operator antreten wolle. Nachdem dann Anfang dieser Woche auch die Bouygues Telecom ihren Verzicht bekundet hatte, blieben nur noch zwei Bieter für die vier ausgelobten Lizenzen übrig. Die französische Regulierungsbehörde hat die Regierung deshalb inzwischen um eine neue Ausschreibung der Lizenzen gebeten.

Die Karte der Globalisierung

In dem Zeitungsinterview vom Freitag erklärte Sommer seine inzwischen geänderte Haltung zum französischen UMTS-Markt damit, dass man sich gegen eine Lizenz unter den damaligen Bedingungen ausgesprochen habe. "Jetzt beobachten wird die Entwicklungen ganz genau", sagte der telekom-Chef der Zeitung. "Gegenwärtig spielen wir die Karte der Globalisierung, aber nur teilweise, da man dies auch finanzieren können muss."

Frankreich wollte ursprünglich vier UMTS-Mobilfunklizenzen gegen eine Gebühr von jeweils 4,95 Mrd. Euro vergeben. Als Teilnehmer an dem Vergabeverfahren blieben nach dem Rückzug von Bouygues Telecom und Suez Lyonnaise/Telefonica lediglich der Marktführer France Telecom/Orange und der Anbieter SFR übrig. Eine neue Versteigerungsrunde ist nach Einschätzung der Regulierungsbehörde notwendig, um Wettbewerb auf dem zukünftigen Mobilfunkmarkt zu erreichen.

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