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12.02.2002

11:03 Uhr

Rote Laterne bei Patentanmeldungen

Mecklenburg-Vorpommern: Kleine Hoffnungsschimmer

Der Blick auf die wirtschaftliche Situation Mecklenburg-Vorpommerns verheißt wenig Gutes. Sieben Monate vor Landtagswahl am 22. September dümpelt der von einer SPD/PDS-Koalition regierte Nordosten bei nahezu allen Vergleichsdaten mit anderen Bundesländern am Tabellenende: Mit 19,8 % vorletzter Platz in der Arbeitslosenstatistik.

dpa SCHWERIN. Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) musste jüngst eingestehen, das Wahlversprechen von 20 000 weniger Erwerbslosen "nur schwer erreichen zu können".

Die Wirtschaft schrumpfte im ersten Halbjahr 2001 gar um 2,1 %, während sie bundesweit um noch 1,0 % zulegte. Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner lag im Jahr 2000 bei 15 890 Euro (31 090 DM), vorletzter Platz nach Sachsen-Anhalt. Darüber hinaus hält Mecklenburg-Vorpommern die rote Laterne unter anderem bei den Patentanmeldungen und bei der Vergabe von Green Cards.

Doch für die Zukunft des Landes sieht es nach Ansicht von Wirtschaftsminister Otto Ebnet (SPD) im Nordosten gar nicht so trübe aus. "Wir befinden uns nach 1990 in einer zweiten Phase des Strukturwandels", sagt er. Diese zeige sich deutlich im Abbau der überdimensionierten Kapazitäten in der Baubranche. Im Gegenzug wachse die gewerbliche Wirtschaft. Positive Ansätze zeigen sich nach Ebnets Einschätzung in der Biotechnologie und bei den regenerativen Energien.

Höchste Zuwachsraten im Tourismus

Allerdings werde das Land durch EU-Vorgaben eingeengt. "Dadurch werden die zwei hochmodernen Branchen Werften und Landwirtschaft in ihrem Wachstum gebremst", sagt Ebnet. Besonders erfreulich entwickle sich aber der Tourismus mit höchsten Zuwachsraten.

Nachdem in den vergangenen Jahren die Ansiedlung der Großinvestoren wie Airbus und BMW gescheitert war, werden nun günstig gelegene Gewerbegebiete vorbereitet. "Wir nehmen auch die weniger Großen", fügt Ebnet hinzu. Positiv stimmt ihn auch die jüngste EU-Einschätzung: "Wir zählen nicht mehr zu den ärmsten Regionen in Europa."

Der Geschäftsführer der Unternehmensverbände des Landes, Lothar Wilken, sieht die Situation weniger rosig. "Das Wirtschaftswachstum wird weiter hinter dem des Bundes zurückbleiben", sagt er. Zunächst müssten im Rahmen einer "intensiven Strukturreform" die viel zu hohen Personalkosten im öffentlichen Dienst gesenkt werden. Eine zweite große Sorge plagt den Unternehmer. "Es gibt zu viele Beschäftigte bei zu geringer Produktivität". Außerdem fehle die industrielle Basis. Und so lange diese fehle, gebe es keinen Aufschwung.

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