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12.01.2001

10:11 Uhr

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Roth zeichnet sich als mögliche neue Grünen-Chefin ab

Aus Parteikreisen verlautete am Freitag, die zur Linken zählende Chefin des Menschenrechtsausschusses des Bundestages werde noch am Freitag am Rande der Fraktionsklausur in Wörlitz ihre Kandidatur erklären.

Reuters WÖRLITZ. Die Grünen-Politikerin Claudia Roth zeichnet sich als mögliche Nachfolgerin von Renate Künast als Parteivorsitzende ab. Aus Parteikreisen verlautete am Freitag, die zur Linken zählende Chefin des Menschenrechtsausschusses des Bundestages werde noch am Freitag am Rande der Fraktionsklausur in Wörlitz ihre Kandidatur erklären. Roth ist auch bei Realpolitikern angesehen. Parteichef Fritz Kuhn sei "sehr zufrieden" mit der Entscheidung Roths, hieß es in den Parteikreisen. Auch Künast äußerte sich positiv: "Roth ist eine starke und erfahrene Person." Kuhn und Roth hätten gemeinsam "alle Chancen", sagte Künast. Die Wahl ihrer Nachfolgerin steht auf dem Bundesparteitag im März an.

Bei Realpolitikern wurde Roths Bewerbung als aussichtsreich beschrieben, zumal keine andere namhafte Kandidatin in Sicht sei. Roth und Kuhn hatten sich am Donnerstagabend in Wörlitz ausführlich beraten. Beide kennen sich bereits aus der Schulzeit und hatten gemeinsam Theaterwissenschaften studiert. Roth sagte zunächst nur, sie erwäge ernsthaft eine Kandidatur, und kündigte für den Mittag eine Erklärung an. Roth machte zudem klar, dass sie im Fall einer Übernahme des Parteivorsitzes dem Parteistatut folgen und ihr Bundestagsmandat niederlegen würde.

Roth wäre die erste Politikerin der Grünen, die ihre Kandidatur für den Bundesparteitag Anfang März in Stuttgart anmeldet. Künast nimmt am Mittag von Bundespräsident Johannes Rau ihre Ernennungsurkunde als neue Bundesministerin für Verbraucherschutz und Landwirtschaft entgegen und muss daher nach dem Parteistatut aus dem Parteivorstand ausscheiden.

Im Fall einer Wahl auf dem Bundesparteitag in Stuttgart stünde Roth gemeinsam mit dem bisherigen Parteivorsitzenden Kuhn in der Doppelspitze der Partei. Wie Künast wird sie der Parteilinken zugerechnet, wo sie großen Rückhalt genießt.

Die Münchnerin Roth ist derzeit Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses des Bundestages. Sie war 1998 in den Bundestag eingezogen. Zuvor war sie für die Grünen Europaabgeordnete.

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