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09.01.2003

07:58 Uhr

RTL Group will Anteil am TV-Sender Antena 3 erhöhen

Telefónica stockt Fernsehbeteiligung auf

Spaniens größter Telekommunikationskonzern Telefónica S.A. hat seine Beteiligung am Privatsender Antena 3 aufgestockt. Das Unternehmen erhöhte seinen bisherigen Anteil um rund 12 % auf 60 %. Verkäufer ist die spanische Großbank Santander Central Hispano (SCH), die weitere 18 % an Antena 3 hält. Über die Höhe des Preises gab es nur Schätzungen. Branchenexperten gehen von 90 Mill. Euro aus. Der Gesamtwert von Antena 3 läge demnach bei rund 750 Mill. Euro.

sk/hps MADRID/DÜSSELDORF. Ein neues Gesetz, das ab Oktober 2002 gilt, hat Telefónica diesen Zukauf ermöglicht. Zuvor konnte ein Investor in Spanien lediglich 49 % an einem privaten TV-Sender besitzen. Die italienische Mediaset machte bereits von der neuen Möglichkeit Gebrauch und baute ihren Anteil am Telecinco auf mehr als 50 % aus. Telecinco und Antena 3 konkurrieren in Spanien um die Führerschaft im privaten Fernsehen.

Analysten in Madrid gehen davon aus, dass Telefónicas Deal aber lediglich dazu dient, Antena 3 in den kommenden Monaten vollständig abzustoßen. Der Verkauf der Antena-3-Beteiligung wird notwendig, wenn Telefónica seinen anderen Pay-TV-Sender Vía Digital mit der Konkurrenz Canal Satélite Digital fusioniert. Der Telekomkonzern und Spaniens größte Mediengruppe Prisa hatten sich vergangenen Mai auf eine Zusammenlegung ihrer defizitären Bezahlsender geeinigt. Die spanische Regierung hat grünes Licht gegeben unter der folgenden Bedingung: Telefónica muss sich entweder von Antena 3 oder von dem neuen fusionierten Pay-TV-Sender trennen. Telefónica und Prisa haben bis Ende Januar Zeit, sich dazu zu äußern. Experten gehen davon aus, dass Telefónica Antena 3 verkaufen wird.

Als Interessent für Antena 3 steht die RTL Group, Europas größter TV-Konzern, bereit. "Wir haben immer gesagt, dass wir unsere Beteiligung an Antena 3 erhöhen möchten, wenn der Preis stimmt", sagte gestern ein RTL-Sprecher. Die zum Medienkonzern Bertelsmann gehörende Sendergruppe hält derzeit 17,2 % an dem Madrider Sender. Gespräche des RTL-Chefs Didier Bellens in Madrid scheiterten zuletzt im Dezember letzten Jahres an unterschiedlichen Preisvorstellungen.

Quelle: Handelsblatt

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