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16.01.2002

18:55 Uhr

Rückkehr in die Gewinnzone für 2001 ungewiss

Konzernmutter in den USA belastet Ford Köln

Die Kölner Ford-Werke wird möglicherweise ihr erklärtes Ziel nicht erreichen, für 2001 eine schwarze Null zu schreiben und wieder in die Gewinnzone zu gelangen. Das verlautete aus Unternehmenskreisen. Verantwortlich dafür ist jedoch nicht die Geschäftsentwicklung in Deutschland und Europa.

zel MALAGA. Probleme bereitet vielmehr die Konzernmutter in den USA. Dort ist der Fahrzeugabsatz im vergangenen Jahr um mehr als 5 % gefallen. Ford Köln liefert Motoren in die Vereinigten Staaten. Im vergangenen Jahr gab es im Kölner Aggregatewerk mehrfach Kurzarbeit. Auf dem deutschen Markt setzt das Unternehmen großen Hoffnungen in den neuen Kleinwagen Fiesta.

Die Belastungen aus der Kurzarbeit im Kölner Motorenwerk schlagen sich negativ in der Bilanz des deutschen Konzernteils für 2001 nieder. Bernhard Mattes, stellvertretender Vorstandsvorsitzende des Kölner Automobilherstellers, wollte im Gespräch mit dem Handelsblatt bei der Vorstellung des neuen Fiesta in Malaga keine konkreten Angaben zum Jahresabschluss für 2001 machen. "Zahlen liegen im Moment noch nicht vor", sagte er und verwies auf die Bilanzpressekonferenz Ende März.

Unverändert positiv verläuft die Absatzentwicklung für Ford jedoch in Deutschland und Europa. Im vergangenen Jahr verkaufte das Kölner Unternehmen auf dem deutschen Markt fast 300 000 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. "Das ist ein Plus von 35 000 Autos gegenüber dem Jahr 2000 ", sagte Mattes. Der gesamte deutsche Pkw-Markt ist hingegen leicht geschrumpft - nach Angaben des britischen-amerikanischen Prognose-Instituts J.D.Power-LMC leicht um 0,9 %.

Ford peilt in Deutschland in diesem Jahr einen Absatz von mehr als 320 000 Autos an. Dazu soll insbesondere der in Köln produzierte Fiesta beitragen. Der Marktanteil würde dadurch von 8,2 % (2001) in Richtung 8,5 % steigen. Im zurückliegenden Jahr ist es den Kölnern gelungen, ihren Marktanteil in zwölf Monaten um mehr als einen Prozentpunkt zu steigern.

Mit dem neuen Auto will Ford die Habenseite freundlicher gestalten. "Der Fiesta wird auch zum Ertrag beitragen", betonte Mattes. Die Ford-Pläne sehen für die kommenden drei bis vier Jahre in Deutschland und Europa eine deutliche Ertragssteigerung vor. Ford Europa rechnet in diesem Jahr mit einem operativen Überschuss von 300 bis 400 Mill. $. Mitte des Jahrzehnts soll es 1 Mrd. $ sein. Auf die Kölner Ford-Werke entfällt etwa die Hälfte des Europa-Umsatzes.

Noch vor drei Jahren schrieb das Kölner Unternehmen - wie heute der Rüsselsheimer Konkurrent Opel - Verluste in dreistelliger Millionenhöhe. Eine rundum erneuerte Modellpalette, massive Kostensenkungen und Werksschließungen haben neuen Erfolg für Ford möglich gemacht. In der Automobilbranche herrscht die Überzeugung vor, dass Opel mit seinem im Jahr 2001 begonnenen Restrukturierungsplan "Olympia" etwa um zwei Jahre hinter Ford hinterher hinkt.

Vom neuen Fiesta will Ford deutlich mehr als vom Vorgängermodell absetzen: Nach internen Planungen sollen die jährlichen Stückzahlen von 500 000 (alter Fiesta) auf 600 000 steigen. "Der Neue muss mehr machen", sagte Hans-Peter Sulser, Leiter der Fiesta-Fertigung im Kölner Ford-Werk. Ford will unter allen Umständen die Fehler vermeiden, die Opel bei der Einführung seines Fiesta-Konkurrenten Corsa unterlaufen waren. Der neue Corsa hat die Absatzzahlen seines Vorgängers nur wenig steigern können. "Für Ford wäre das eine Pleite", verlautete aus Kreisen des Kölner Unternehmens.

Den neuen Fiesta will das Unternehmen in mehreren Varianten verkaufen. Wichtigste Neuerung ist der Van-Ableger "Fusion", der zum Jahresende auf den Markt kommen wird. "Da wächst ganz klar ein neues Segment heran", sagte Mattes über den neuen Van auf Kleinwagen-Basis. Auch andere Mitbewerber wie Opel und Fiat arbeiten an solchen Fahrzeugen.

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