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31.03.2003

19:12 Uhr

Rumsfeld: "Feindlicher Akt"

US-General weiß nichts über syrische Lieferung

Ein hochrangiger Kommandeur der US-Truppen am Golf hat nach eigenen Angaben keine Kenntnis über syrische Lieferungen von Nachtsichtgeräten an Irak - ein Vorwurf, den US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld gegen die Regierung in Damaskus erhoben hatte.

Reuters AS SAJLIJA CAMP. US-Brigadegeneral Vincent Brooks sagte am Montag auf einer Pressekonferenz des US Central Command in Katar, ihm sei nichts darüber bekannt, dass bislang solche Geräte entdeckt worden seien. Rumsfeld hatte von einem "feindlichen Akt" gesprochen, für den Syrien zur Verantwortung gezogen werden könne. Brooks sagte auf die Frage, was die USA zu der Warnung an Syrien bewogen haben könnte, dafür seien "Hauptstädte und nicht dieses Kommando" zuständig.

Rumsfeld war jüngst der Kritik entgegengetreten, die USA hätten ihre Militäroffensive in Irak mit einer ungenügenden Zahl von US-Truppen eingeleitet. Rumsfeld hatte außerdem Iran vorgeworfen, bewaffnete schiitische Kräfte im Irak zu unterstützen. Sie würden als gegnerische Kämpfer betrachtet, sollten sie in die Auseinandersetzungen eingreifen. Am Sonntag hatte US-Außenminister Colin Powell beide Länder zu einem "verantwortungsvolleren Verhalten" aufgefordert.

Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, kritisierte die Vorwürfe der USA an das Mitgliedsland Syrien unterdessen. Die Zeitung "Egyptian Gazette" zitierte Generalsekretär Mussa mit den Worten: "Für diese Anschuldigungen (gegen Syrien) wurden keine Beweise vorgelegt. Solche Anschuldigungen werden die Situation nur weiter anheizen."

US-Präsident George W. Bush hatte neben Irak und Nordkorea auch Iran als Teil einer "Achse des Bösen" bezeichnet und damit bei der Führung in Teheran Befürchtungen ausgelöst, die Islamische Republik könnte das nächste Ziel der USA sein. Zudem misstrauen die USA Syrien als einem entschiedenen Gegner Israels, der bisher anders als Ägypten und Jordanien nicht zu einer Friedenslösung mit dem jüdischen Staat bereit war. Syrien hat historisch enge Beziehungen zu Frankreich und auch zu Russland, einem alten Verbündeten, der während des Kalten Krieges Syrien im Konflikt mit Israel mit Waffen versorgt hatte.

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