Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.02.2002

08:57 Uhr

Rumsfeld spricht von möglichen verheerenden Attacken

FBI warnte vor Anschlag auf Atomkraftwerke

Die USA müssen sich nach den Worten von Pentagon-Chef Donald Rumsfeld auf mögliche Überraschungsattacken vorbereiten, die noch weitaus mehr Tote fordern könnten als die Anschläge vom 11. September.

dpa WASHINGTON. Als Beispiele nannte Rumsfeld am Donnerstag in einer Rede vor der National Defense University in Washington Cyberattacken, Angriffe auf Militärstützpunkte im Ausland und den Beschuss amerikanischer Städte mit ballistischen Raketen.

Nach Medieninformationen haben US-Geheimdienste bereits vor zwei Wochen internen Terror-Alarm ausgegeben. Mögliches Ziel sei ein US- Kernkraftwerk oder auch eine nukleare Einrichtung des Energieministeriums, berichtete die Zeitung "Washington Times". Es habe sechs mögliche Terrorziele gegeben.

Der Nachrichtensender CNN zitierte aus einem Brief der nuklearen Aufsichtsbehörde "National Regulatory Commission" vom 23. Januar an die Atomkraftwerke des Landes, dass nach FBI-Erkenntnissen "ein zweiter Angriff mit Flugzeugen in den USA" drohe. "Es ist geplant, ein Verkehrsflugzeug in ein Atomkraftwerk zu fliegen."

Nach einem Bericht der US-Fernsehgesellschaft NBC hatten El-Kaida - Terroristen auch vor, mehrere Ziele im Nordwesten der USA anzugreifen, darunter die Space Needle, das Wahrzeichen der Stadt Seattle. US-Soldaten hätten in afghanischen Verstecken Fotos des Gebäudes gefunden. Auch der Grand-Coulee-Damm des Columbia River, einer der größten Staudämme der Welt, sei als Ziel vorgesehen gewesen.

Rumsfeld erklärte, Ziel und Pflicht des Militärs sei es, Terroristen so wenige Angriffsflächen zu bieten wie möglich. Der Minister fuhr fort, dass der Krieg in Afghanistan Stärken und Schwächen der militärischen Ausstattung offenbart habe. So hätten sich unbemannte Aufklärungsflugzeuge als sehr wirksam erwiesen. Zugleich sei aber ein Mangel an bemannten Aufklärern wie AWACS festgestellt worden. Auch bei der Ausrüstung zur Verteidigung gegen chemische und biologische Angriffe gebe es Mängel, sagte der Pentagon-Chef, der damit zugleich den jüngsten Vorstoß von Präsident George W. Bush zur Aufstockung des Militäretats um zusätzliche 48 Milliarden Dollar (55,9 Milliarden Euro) untermauerte.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×