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16.01.2004

07:40 Uhr

Rush Hour

Ohne Falsch und Arg

VonUrsula Weidenfeld

Dem italienischen Lebensmittelriesen Parmalat fehlen bis zu zehn Milliarden Euro in der Bilanz. Irgendwo zwischen Parma, der Wall Street und ein paar malerischen Südseeinseln ist das Geld wohl verloren gegangen. Wenn es jemals existiert hat.

Ursula Weidenfeld

Ursula Weidenfeld

Dem italienischen Lebensmittelriesen Parmalat fehlen bis zu zehn Milliarden Euro in der Bilanz. Irgendwo zwischen Parma, der Wall Street und ein paar malerischen Südseeinseln ist das Geld wohl verloren gegangen. Wenn es jemals existiert hat. Und das Zeitarbeitsunternehmen Adecco hat sich in den USA offensichtlich so fürchterlich verrechnet, dass seine Manager erst einmal gar keine Bilanz vorlegen wollen. Weil man ja nie weiß, ob beim falschen Rechnen nicht irgendwo ein paar Milliarden... Na ja, Sie wissen schon.

Bundesfinanzminister Hans Eichel dagegen läuft seit ein paar Tagen wieder ein bisschen fröhlicher durch die Welt. Er hat sich - natürlich - auch verrechnet: Aber fünf Milliarden Euro zu seinen Ungunsten. Deutschland macht weniger Schulden. Da gibt man doch gern zu, sich verrechnet zu haben. Das ist doch schön.

Irgendwie wittert jeder Verrat und Fälschung, wenn mal wieder jemand beim Plus- und Minusrechnen leicht durcheinander gekommen ist. Zu Unrecht. Denn für Beschämung gibt es gar keinen Grund. Was jetzt bei Adecco ein paar Hundert Rechnungsprüfer, Controller und Bilanzierungsfachleute ins Schwitzen bringt, machen andere schon lange mit links. Fälschen - ja und?

Nicht nur, dass es beispielsweise im ganzen Irak weit und breit kein bisschen Gift zu finden gab. Das hatte man ja irgendwie schon erwartet. Aber dass der Truthahn, zu dem Präsident Bush seine Irak-Soldaten an Thanksgiving auf dem Flughafen in Bagdad einlud, auch nicht echt war, das haben wir übel genommen: eine poplige Attrappe aus Plastik mit künstlichen Beigaben setzte der Präsident den tapferen Nicht-gegen-Giftgas-Kämpfern vor.

Soll aber allen geschmeckt haben, heißt es. Bundeswehrsoldaten hätten sich da wahrscheinlich beim Wehrbeauftragten wegen Mobbings beschwert.

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