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22.03.2003

14:03 Uhr

Russischer Doppelerfolg bei Biathlon-WM

Katja Beer zum WM-Abschluss Sechste

Drei unter den ersten zwölf - aber weit am Siegertreppchen vorbei. Der sechste Platz der Altenbergerin Katja Beer war am Samstag das beste Resultat für die fünf deutschen Starterinnen im letzten Rennen der Damen bei den Biathlon-Weltmeisterschaften im sibirischen Chanty Mansijsk. Den Massenstart über 12,5 km gewann die Russin Albina Achatowa in 37:15,8 Minuten vor ihrer ebenfalls fehlerfrei schießenden Team-Kollegin Swetlana Ischmuratowa (2,7 Sekunden zurück) und der Französin Sandrine Bailly (+10,9/1 Strafrunde).

HB/dpa CHANTY MANSIJSK. Die vor der WM in einen Dopingfall verstrickte Achatowa hatte von der Internationalen Biathlon-Union erst unmittelbar vor WM-Beginn das Startrecht erhalten. Mit ihrem Sieg schnappte sie Uschi Disl, die im Roten Trikot der bisher besten Massenstart-Läuferin an den Start gegangen war und mit sieben Fehlschüssen nur als 21. ins Ziel lief, noch den Disziplin-Weltcup weg. Simone Denkinger (Gosheim/2 Strafrunden) wurde Neunte, Martina Glagow (Mittenwald/2) landete auf dem 12. Platz und Kati Wilhelm (Zella-Mehlis/6), die nach dem ersten Schießen mit vier Strafrunden Letzte des Feldes war, belegte den 22. Rang. Von den 100 Scheiben verfehlten die fünf Deutschen 19.

Während die 12 000 Zuschauer mit "Russia-Russia"- und "Molozi-Molozi"-Rufen (Prachtmädel) bei Minus sechs Grad Celsius und strahlendem Sonnenschein das zweite WM-Gold ihrer Damen lautstark feierten, musste Bundestrainer Uwe Müßiggang hilflos mit ansehen, wie seine Starterinnen schon frühzeitig ohne Medaillenchancen waren. "Der Auftritt der Russinnen war schon imponierend. Unsere drei guten Schützinnen konnten da läuferisch nicht mithalten, die beiden starken Läuferinnen haben wie schon einige Male hier bei der WM zu wenig getroffen", lautete sein Fazit. Hoffnung sieht er bei Kati Wilhelm. "Wenn wir sie liegend zum Treffen bringen, ist sie ganz vorn mit dabei. Es gibt nämlich kaum eine zweite so sichere Stehend-Schützin im Feld", meinte der Bundestrainer.

Mit nur zwei Medaillen - dem Verfolgungs-Sieg von Martina Glagow und dem dritten Staffel-Platz - erfüllten die DSV-Skijägerinnen ihr WM-Minimalziel. Zwei Mal Edelmetall ist allerdings die schwächste Bilanz seit 1997. "Trotzdem bin ich mit der Saison insgesamt nicht unzufrieden. Seit 13 Jahren betreue ich unsere Damen - zum ersten Male gewann mit Martina Glagow eine von uns den Gesamtweltcup. Dazu kamen sieben Tagessiege durch vier Athletinnen bei den 23 Weltcups und die erfreuliche Tatsache, dass mit Simone Denkinger eine junge Sportlerin den Anschluss zur Weltspitze geschafft hat", bilanzierte Müßiggang die Saison.

Auch Katja Beer sah ihre WM-Auftritte mit zwiespältigen Gefühlen. "Zwar war der sechste Platz mein bester Massenstart des Winters, doch insgesamt hatte ich mir von der WM mehr erwartet", gab die Osterzgebirglerin zu. Eine Medaille hätte es schon werden sollen. "Wer einen Weltcup gewinnt, einige Male im Gelben Trikot starten darf, der will mehr als nur solche Lala-Plätze", bekannte sie freimütig und fügte hinzu: "Im kommenden Jahr greife ich wieder an."

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