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17.01.2003

14:06 Uhr

Russland: Friedliche Lösung des Konflikts möglich

Südkorea drängt USA zu Dialog mit Nordkorea

Im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm hat Südkoreas designierter Präsident Roh Moo Hyun die USA zu direkten Gesprächen mit dem kommunistischen Land gedrängt. "Ich möchte die USA dazu drängen, sich aktiv um einen Dialog mit Nordkorea zu bemühen", sagte Roh am Freitag in Seoul und kündigte auch Gespräche mit China, Russland und der Europäischen Union (EU) an.

Reuters SEOUL. Einem hochrangigen Regierungsvertreter zufolge sehen die USA noch eine Chance für eine diplomatische Lösung. Optimistisch äußerte sich auch der stellvertretende russische Außenminister Alexander Losjukow, der auf dem Weg in die nordkoreanische Hauptstadt Pjöngjang in Peking Station machte.

Roh übernimmt das Präsidentenamt im Februar. Er hat die Wahl mit dem Versprechen gewonnen, an den Bemühungen des Landes um eine Aussöhnung mit dem Norden festzuhalten.

Südkorea müsse Nordkorea davon überzeugen, die Entwicklung von Atomwaffen aufzugeben, sagte Roh vor Wirtschaftsvertretern und fügte hinzu: "Um Nordkorea zu überzeugen, braucht es einen Dialog zwischen Nordkorea und den USA." Das Land will in der kommenden Woche das Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos nutzen, um die Chancen eines Dialogs zu betonen. Roh schickt einen eigenen Sonderbotschafter zu dem jährlichen Treffen, zu dem in diesem Jahr auch Nordkorea eingeladen ist.

Die USA betrachten Nordkorea wie Iran und Irak als Teil einer "Achse des Bösen". Die USA werfen den Staaten vor, nach Massenvernichtungswaffen zu streben. Sie haben gedroht, Irak im Fall einer mangelnden Kooperation mit den Vereinten Nationen notfalls militärisch abzurüsten. Nachdem Nordkorea im Oktober US-Angaben zufolge die Fortsetzung seines Atomprogramms eingeräumt hatte, unterbrachen die USA alle Hilfslieferungen in das kommunistische Land. Inzwischen ist Nordkorea aus dem Atomwaffensperrvertrag ausgetreten und fordert einen Nicht-Angriffspakt, bevor es zu Gesprächen mit den USA bereit sei.

Dass die USA ihrerseits auf eine Gesprächslösung setzen, bekräftigte der leitende Direktor für Asienpolitik im Nationalen Sicherheitsrat der Regierung, James Moriarity. "Ja, wir hoffen, eine diplomatische und friedliche Lösung zu erreichen", sagte er am Freitag nach Gesprächen mit der japanischen Regierung in Tokio.

"Ich bin überzeugt, dass es möglich ist, die Situation friedlich zu lösen", sagte auch Losjukow in Peking. "Um das zu erreichen, müssen wir aber gute Arbeit leisten." Russland und China sind die engsten Verbündeten des ansonsten weitgehend isolierten Nordkoreas.

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