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18.04.2006

10:52 Uhr

Russland im Weinkrieg

Eine Frage der Ehre

VonMathias Brüggmann

Auch unabhängige Beobachter machten politische Gründe für den "Weinkrieg" aus: Denn während die aus Georgien und Moldawien stammenden Flaschen verbannt wurden, sind Weine aus den abtrünnigen Teilrepubliken Abchasien (Georgien) und Transdnistrien (Moldau) weiter zu finden.

MOSKAU. Grusija (Georgien) steht mit großen Lettern über der Weintheke. Doch im Regal lagern Dornfelder der Marke Leoff, italienische Chiantis und argentinische Cabernet-Sauvignons. Im "Moldau"-Abschnitt bietet sich das gleiche Bild: Chile, Bulgarien, Spanien - Weine aller Herren Länder.

Metro hat umgeräumt. Der inzwischen in Russland mit vielen Filialen vertretene deutsche Handelsriese will es sich weder mit Kunden noch mit den Machthabern verderben. So wurden die Rebsäfte aus beiden Nachbarstaaten Russlands restlos ausgeräumt und stattdessen durch leicht angestaubte Flaschen Sangiovese aus der Emilia-Romagna oder andere Weine ersetzt, damit keine Lücken entstehen.

Georgien, die Ukraine und Moldawien haben gegen den Kreml aufbegehrt. "Weinkrieg", titelt das Moskauer Traditionsblatt "Iswestija" zur neuesten Strafaktion des Kreml. Denn niemand glaubt an die Gesundheitsbedenken, die die russische Verbraucherbehörde Rospotrebnadsor für die Weine aus Moldawien und Georgien angemeldet hat. Die russischen Tester wollen erhöhte DDT-, Pestizid- und Schwermetall-Rückstände ausgemacht haben. Deshalb verhängten sie am 27. März ein totales Importverbot.

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