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14.04.2003

10:08 Uhr

Saatchi: "Keine Konkurrenz zu Tate Modern"

Londoner Saatchi-Galerie eröffnet an der Themse

Mit einer großen Party wird an diesem Dienstag in London die neue Saatchi-Galerie eröffnet. Die Galerie, die beim Triumphzug der "BritArt" in den 90er Jahren eine entscheidende Rolle gespielt hat, residiert nun am Südufer der Themse unweit der Tate Modern, der sie künftig Konkurrenz machen könnte.

HB/LONDON. Das neue Museum im ehemaligen Amtssitz des Londoner Stadtrates will jedes Jahr 750 000 Besucher anziehen. Zu den Höhepunkten der etwa 100 Exponate zählen präparierte Haie, Karpfen, Schafe und Kuhköpfe, ein zerwühltes Bett mit Menstruationsflecken und das Foto einer Kindermörderin, zusammengesetzt aus Hunderten Abdrücken von Kinderhänden.

Kunst-Mäzen Charles Saatchi hat sich Presseberichten zufolge vorgenommen, dass die Eröffnung seiner neuen Galerie noch spektakulärer ausfallen soll als die der Tate Modern vor drei Jahren. Zu den 1 000 geladenen Gästen gehören der Popstar David Bowie, der Schauspieler Jeremy Irons und die BritArt-Künstler Tracey Emin, Jake und Dinos Chapman. Außerdem hat Nicholas Serota zugesagt, der Direktor der Tate Modern und Hauptkonkurrent Saatchis im Wettbewerb um den größten Einfluss in der britischen Kunstszene. Der als ausgesprochen öffentlichkeitsscheu geltende Saatchi selbst hat allerdings wissen lassen, er werde nicht kommen. Seine Frau, die Fernsehköchin Nigella Lawson, soll ihn vertreten.

Saatchi hat immer bestritten, Besucher aus der nahe gelegenen Tate weglocken zu wollen. "Wir sind eine kleine Klitsche, die ein bisschen moderne Kunst zeigt", sagt er. "Die Tate ist das erfolgreichste Museum der Welt." Doch Saatchis Trumpfkarte ist, dass er die spektakulärsten Werke britischer Kunst der 90er Jahre besitzt. Er gilt unter anderem als Entdecker von Damien Hirst, Tracey Emin und den Chapman-Brüdern. Bisher war seine Galerie, vergleichsweise versteckt, in ehemaligen Industrieräumen im Nordlondoner Stadtviertel St. John's Wood untergebracht.

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