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18.02.2003

16:46 Uhr

Säbelrasseln geht weiter

Nordkorea droht mit Beendigung des Waffenstillstands

Nordkorea hat mit der Aufkündigung des Waffenstillstandsabkommens gedroht, das den Korea-Krieg (1950-53) beendete. Mit dem weitgehend symbolischen Schritt will Pjöngjang nach Auffassung von Beobachtern die Spannungen weiter erhöhen, um die USA zu direkten Verhandlungen über den Atomkonflikt zu drängen.

Goerge W. Bush setzt im Atomstreit mit Nordkorea auf eine multilaterale Lösung. Foto: dpa

Goerge W. Bush setzt im Atomstreit mit Nordkorea auf eine multilaterale Lösung. Foto: dpa

HB/ dpa SEOUL/PEKING. In einer Erklärung, die die amtliche Nachrichtenagentur KCNA verbreitete, warf die nordkoreanische Volksarmee den USA ferner vor, ihre Militärpräsenz in der Region zu verstärken und eine Seeblockade gegen das kommunistische Land zu planen.

Im Falle von Sanktionen werde die Volksarmee keine andere Wahl haben, als sich von den Verpflichtungen des Abkommens zu befreien. "Wenn die USA das Waffenstillstandsabkommen weiter verletzen und missbrauchen, gibt es für Nordkorea keine Notwendigkeit, sich an den Pakt weiter gebunden zu fühlen", hieß es. Die koreanische Halbinsel befindet sich formal immer noch im Kriegszustand, weil bisher kein Friedensvertrag zu Stande gekommen ist.

Ein Rückzug Nordkoreas von dem Abkommen würde die Unsicherheiten auf der koreanischen Halbinsel weiter verstärken, obwohl viele Südkoreaner die ständigen Drohungen aus Nordkorea gerne als Säbelrasseln abtun, mit dem nur Zugeständnisse von den USA erzwungen werden soll. Die neue Erklärung ist auch eine Reaktion auf einen Bericht der "New York Times", dass die USA an einem Plan für Sanktionen arbeiteten, um Pjöngjang zur Aufgabe seines wieder aufgenommenen Atomwaffenprogramms zu zwingen.

Nordkorea warf den USA vor, mit eventuellen Sanktionen oder der Verstärkung seiner Truppen in der Region selbst gegen das Waffenstillstandsabkommen zu verstoßen. Jede Durchsuchung von nordkoreanischen Schiffen, wie angeblich geplant, wäre eine "Kriegserklärung", sagte ein Sprecher der Volksarmee. Die geplanten Manöver der USA und Südkoreas in den kommenden zwei Monaten seien ferner ein Versuch, mit einem Präventivschlag gegen Nordkorea vorzugehen, sagte der Sprecher.

Ungeachtet der scharfen Rhetorik äußerte Nordkoreas Außenminister Paek Nam Sun in Peking allerdings den Wunsch seines Landes, den Konflikt friedlich durch Dialog zu lösen. Er war der ranghöchste Besucher Nordkoreas in Peking seit Ausbruch der Krise. Zurückhaltend reagierte die Sprecherin des Außenministeriums in Peking auf die Erklärung zum Waffenstillstandsabkommen, das China als Teilnehmer des Krieges auf Seiten Nordkoreas mitunterzeichnet hatte.

Die Sprecherin sagte, dass die Drohung für den Fall gelte, dass "einige Beteiligte weitere Maßnahmen unternehmen", womit nach Einschätzung von Beobachtern das Vorgehen der USA gemeint ist. Alle Konfliktparteien müssten jetzt Anstrengungen unternehmen, um den Dialog wieder aufzunehmen, forderte die Sprecherin.

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