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23.01.2001

10:18 Uhr

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SAirGroup beendet Expansionsstrategie

Die Schweizer Luftverkehrsgruppe SAir Group setzt ihre Expansionsstrategie nicht weiter fort und will ihre Beteiligungs-Risiken reduzieren. Konzernchef Philippe Bruggisser tritt zudem von seinem Posten zurück, wie SAir am Dienstag weiter mitteilte.

Reuters ZÜRICH. Die nun abgesetzte Strategie namens "Hunter" bestand darin, sich an Fluggesellschaften zu beteiligen, mit dem Ziel diese zu sanieren. Auf diesem Weg sollte unter dem Namen "Qualyflyer" ein weltweites Flugnetz gewoben werden. Doch die Sanierungen dauerten länger als geplant und waren teuerer als erwartet.

Nachfolger Bruggissers wird vorerst Verwaltungsratspräsident Eric Honegger. SAirGroup erklärte weiter, sie halte an ihrer Konzernstrategie mit den zwei Pfeilern Airline-Geschäft und flugverwandtes Geschäft fest. Allerdings müsse die Ertragskraft des Fluggeschäfts nachhaltig verbessert werden. Die Fluggesellschaft Swissair soll also entgegen manchen Spekulationen nicht verkauft werden.

In den letzten Jahren verdiente die SAir in den flugverwandten Geschäften wie Catering oder Flugzeugwartung nicht schlecht. Das Geld aus diesen Bereichen half die Löcher im Fluggeschäft zu stopfen und ermöglichte einen wenn auch bescheidenen Konzerngewinn. Im ersten Halbjahr 2000 kam SAir auf einen Umsatz von rund 7,5 Mrd. sfr und einen Reingewinn von drei Mill. sfr. Für das ganze Jahr 2000 ist ein Reingewinn von 200 Mill. sfr in Aussicht gestellt.

Nun gelten nach Firmenangaben neue Schwerpunkte. Auf neue Beteiligungen und Akquisitionen solle bis auf weiteres verzichtet werden, erklärte SAir. Zuletzt war SAir als Beteiligungsnehmer bei den Fluggesellschaften Alitalia, der TAP Air aus Portugal und Malaysia Air Lines im Gespräch. Bei den bestehenden Beteiligungen im Airline-Bereich sollen die Risiken reduziert werden. Die Fluggesellschaft solle profitabel werden.

Das Problem der "Hunter-Strategie" bestand darin, dass die Beteiligungen sich als kostspieliger erwiesen als gedacht und schwarze Zahlen länger auf sich warten ließen als geplant. Das galt für die deutsche LTU und vor allem für die belgische Sabena. Sanierungsreif sind auch die Beteiligungen in Frankreich. Als Problem erwies sich in allen Fällen, dass die Schweizer die Sanierungswiderstände unterschätzten, dies galt etwa im Hinblick auf Gewerkschaften in Belgien. So wurden in die Sabena Hunderte von Mill. Franken investiert, aber die Gesellschaft fliegt immer noch in den roten Zahlen.

Bruggissers Ziel bestand darin, die SAir als ernst zu nehmenden und eigenständigen Mitspieler im europäischen Flugverkehr zu etablieren. Dieses Ziel dürfte sich nun nicht mehr erreichen lassen. SAir dürfte sich nun, so deuteten Unternehmenskreise schon vor einiger Zeit an, der von British Airways geführten Gruppe OneWorld-Grupe anschließen.

Die Führung des gesamten Fluggeschäfts sowie bei allen Flugbeteiligungen (Swissair, Crossair, BalairCTA, Sabena, AMP) werde an Moritz Suter, den Delegierten des Verwaltungsrats der Crossair, übertragen. Suter wird gleichzeitig Mitglied der Konzernleitung. Alle Beschlüsse des Verwaltungsrats seien einstimmig gefasst worden, hieß es weiter.

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