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12.03.2004

15:10 Uhr

Salzburger Staatsanwaltschaft ermittelt weiter

„Löwen“-Präsident aus U-Haft entlassen

Der Präsident des TSV 1860 München, Karl-Heinz Wildmoser, ist frei. Nach drei Tagen Untersuchungshaft verließ der 64-Jährige am Freitag von den Medien unbemerkt durch einen Seitenausgang die Münchner Justizvollzugsanstalt Stadelheim. Er war zuvor ausführlich von der Staatsanwaltschaft zur Korruptionsaffäre um den Bau des neuen Münchner Fußballstadions "Allianz Arena" vernommen worden. Zugleich zogen die beiden Münchener Fußballvereine FC Bayern und 1860 erste tiefgreifende Kosnequenzen aus dem Skandal.

Karl-Heinz Wildmoser wurde aus der U-Haft entlassen. Foto: dpa

Karl-Heinz Wildmoser wurde aus der U-Haft entlassen. Foto: dpa

HB MÜNCHEN/SALZBURG. Der Haftbefehl gegen Wildmoser senior wurde gegen Auflagen und die Zahlung einer Kaution in sechsstelliger Höhe außer Vollzug gesetzt, wie der Behördenleiter Christian Schmidt-Sommerfeld erklärte. Medienberichte sprechen von 200 000 Euro Bankbürgschaft. Wildmoser junior hat nach Angaben seines Anwalts seinen Vater bei der Vernehmung entlastet. Er hatte ausgesagt, dass sein Vater von den Transaktionen nichts gewusst habe.

Die Gesellschafter der Allianz Arena München Stadion GmbH, der TSV 1860 und FC Bayern München, beriefen derweil heute den Hauptverdächtigen Karl-Heinz Wildmoser junior mit sofortiger Wirkung als Geschäftsführer der Stadiongesellschaft ab. Darüber hinaus wurde auf der kurzfristig angesetzten außerordentlichen Gesellschafter-Versammlung die Beauftragung einer unabhängigen Wirtschaftsprüfer-Gesellschaft beschlossen. Sie soll eine Sonderprüfung bei der Allianz Arena Stadion GmbH einleiten. Beide Entscheidungen wurden "einstimmig gefasst", wie die Vereine in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten. Der Anstellungsvertrag des 40-jährigen Wildmoser junior wurde noch am Freitag beendet.

Unterdessen sichten die Salzburger Behörden alle beim Bauunternehmen Alpine sichergestellten Unterlagen im Zusammenhang mit dem Bestechungsskandal. Das Vorverfahren sei bereits eingeleitet worden. Gegen zwei der Geschäftsführer laufen von der Gendarmerie Salzburg geführte Ermittlungen. Das bestätigte Thomas Wegleitner, der Sprecher der Salzburger Staatsanwaltschaft, am Freitag. Verhaftungen seien nicht geplant, "diese Frage stellt sich derzeit nicht".

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